Shuttle-Bus-Projekt auf Eis
Kein Geld für Fahren ohne Fahrer

Kreis Coesfeld. Das ehrgeizige Kreis-Projekt, einen Shuttle-Service mit einem autonom fahrenden kleinen Bus anzubieten, liegt auf Eis. Vorerst wird es wohl keinen Bus zwischen dem Bahnhof und der Burg Vischering in Lüdinghausen geben, der auch ohne Fahrer hin- und herpendeln kann. Das Land hat bei den Fördermitteln abgewinkt, wie ein „ernüchternder Besuch“ im Ministerium gezeigt habe, berichtet Mathias Raabe vom Kreis Coesfeld im zuständigen Ausschuss. Der Kreis war eigentlich davon ausgegangen, im Rahmen des Modellprojekts „Reallabor Mobiles Münsterland“ autonomes Fahren testen zu können. Schließlich wurde das Münsterland als Modellregion auserkoren, um Mobilitätsideen voranzubringen.

Donnerstag, 21.11.2019, 10:00 Uhr
Shuttle-Bus-Projekt auf Eis: Kein Geld für Fahren ohne Fahrer
Ein Shuttle-Bus, wie er bereits im bayrischen Kurort Bad Birnbach (Foto) verkehrt, wird im Kreis Coesfeld wohl vorerst nicht unterwegs sein. Das Land hat für das ehrgeizige Projekt des Kreises Coesfeld keine Förderung in Aussicht gestellt. Foto: Archiv

Doch das Land habe nun auf den Bund verwiesen. „Das wäre dann aber nicht mehr im Rahmen von Reallabor und es wäre sehr umständlich, an Fördermittel zu kommen“, so Raabe. Auch die Gemeinde Nordkirchen, die ein eigenes Projekt mit einem autonom fahrenden Shuttle-Service auf die Beine stellen wollte, ist im Kreis Coesfeld betroffen. „Damit hat keiner gerechnet“, so Raabe.

Schon seit etwa einem Jahr tüftelt der Kreis mit verschiedenen Partnern wie RVM und Zweckverband ZVM an dem Projekt und entschied sich dann, die Strecke zwischen Bahnhof und Burg Vischering in Lüdinghausen für einen autonomen Shuttle-Service zu testen. Schon bei der Machbarkeitsstudie gab es vor kurzem einen negativen Bescheid für die Förderung, da hatte sich aber die Politik entschieden, dass der Kreis trotzdem am Ball bleiben sollte. Mit den neuen Erkenntnissen aus dem Ministerium ist die Bremse nun vorerst voll gezogen, auch, was die Machbarkeitsstudie angeht.

Der Kreis hofft aber trotzdem, dass noch nicht das Ende des interessanten Projekts eingeläutet ist. „Wir wollen uns mit den anderen Münsterlandkreisen und Münster noch einmal auf den Weg machen“, so Raabe.

Im Ausschuss gab es Bedauern. „Die Förderbedingungen des Landes und Bundes sind zu starr“, meinte Hermann-Josef Vogt von der SPD. Der Landrat solle mit seinen Kollegen im Münsterland nochmal die Landesregierung an die Zusagen für das „Reallabor Münsterland“ erinnern. „Es wäre ein fatales Signal, wenn dieses Projekt stirbt, bevor es richtig begonnen hat“, meinte Vogt.

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