Ausschuss: CDU will mehrere Klimaprojekte auf den Weg bringen
Biogasanlage nutzen für Wasserstoff

Kreis Coesfeld. Wohin mit Öko-Strom, wenn dieser zu viel erzeugt wurde? „Das kommt oft vor“, weiß Dr. Thomas Wenning, Klimaexperte bei der Kreis-CDU. Denn die Natur bietet selber kein Maß – mal scheint die Sonne, mal nicht, mal stürmt es, mal weht kaum der Wind. Die CDU kann sich vorstellen, dass man mit zu viel erzeugtem Öko-Strom im Kreis Coesfeld etwas anfangen kann. Denn in Coesfeld-Höven existiert bereits eine Biogas-Aufbereitungsanlage und die Technik könnte genutzt werden, um diese Stromüberschüsse zu verwenden. Das Zauberwort heißt Wasserstoff, die in so genannten Power-to-Gas-Anlagen entsteht.

Freitag, 22.11.2019, 15:06 Uhr
Ausschuss: CDU will mehrere Klimaprojekte auf den Weg bringen: Biogasanlage nutzen für Wasserstoff
Die Biogas-Aufbereitungsanlage in Coesfeld könnte auch als eine Power-to-Gas-Anlage dienen. Fotos: wbc Foto: az

Gestern brachte die CDU im Umwelt- und Klimaausschuss einen Antrag mit dem Ziel ein, dass geprüft werden soll, inwieweit die Biogas-Anlage in Coesfeld als ein flexibler Energiespeicher genutzt werden könnte. Der bei dem Prozess entstehende Wasserstoff oder Methan ließe sich nicht nur speichern, sondern auch verwenden. Als Treibstoff zum Beispiel. „Wasserstoff kann die große Zukunfts-Lösung sein“, sagte Werner Schulze Esking von der CDU. Das Land NRW habe bereits eine 60-prozentige Förderung zugesagt. 25 000 Euro Eigenanteil müssten für die Studie in den Haushalt gestellt werden. Die Beratung wurde auf den Kreisausschuss am 4.12. vertagt. Ebenso die Entscheidung über zwei weitere Klima-Anträge der CDU im Rahmen der Haushaltsberatung:

0 Das Klimaschutzmanagement des Kreises Coesfeld soll eine Internetseite einrichten, die Informationen über die E-Ladeinfrastruktur und viele weitere Hinweise zum Thema Elektromobilität bietet. Wie funktioniert das Tanken von Strom? Wer bietet im Kreis E-Autos an? Wo stehen die Säulen? (10 000 Euro).

0 Photovoltaik-Offensive für Kommunalgebäude: Der Kreis Coesfeld sucht geeignete, noch nicht genutzte Flächen für Sonnenenergieanlagen, zunächst bei seinen eigenen Gebäuden. Im zweiten Schritt soll den Kommunen dieser Service angeboten werden. Die Anlagen werden dann entweder vom Kreis über seine Gesellschaft zur Förderung regenerativer Energien (GFC) oder von den Kommunen selber betrieben. (30 000 Euro für Ingenieurkosten in 2020).

Dr. Wilhelm Kraneburg von den Grünen regte an, das 1000-Dächer-Solarstrom-Programm wieder aufzulegen. Insgesamt seien die Grünen der Ansicht, dass „der Klimaschutz auf eine ganz andere Basis gestellt werden sollte“, kritisierte er. Es müsse grundsätzlich zunächst eine Analyse erstellt werden, wo der Kreis stehe, um dann entscheiden zu können, welche Maßnahmen getroffen werden sollen, das bereits definierte Ziel zu erreichen: 30 Prozent weniger CO2 bis 2030 gegenüber 2013. „Wir müssen runter von Pillepalle“, schimpfte Kraneburg. Das wollte die CDU nicht so hinnehmen. „Von den Grünen kommt ja nichts“, kritisierte Ausschussvorsitzender Thomas Wenning. Die CDU versuche wenigstens, kreativ zu sein, denn einen großen Handlungsspielraum habe der Kreis nicht. „Dann formulieren Sie doch endlich Anträge, statt ständig irgendwas einzuwerfen“, forderte er die Grünen auf. Christian Wohlgemuth von der FDP unterstützte: Die CDU denke „einfach mal in einen andere Richtung“. Wasserstoff könne eine Zukunftslösung sein, denn das Speichern von regenerativer Energie sei ein Problem.

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