Prüfauftrag an die Verwaltung nach UWG-Antrag
Wertstofftonne im Kreis Coesfeld?

Kreis Coesfeld. Münster bekommt sie und in anderen Städten und Gemeinden gibt es sie auch schon: die Wertstofftonne – statt des Gelben Sacks oder der Gelben Tonne. Für den Kreis Coesfeld könnte das auch was sein, meint die UWG, die im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, öffentliche Sicherheit und Ordnung einen Antrag zur Einführung einbrachte. Zwar gab es von den anderen Fraktionen keine Zustimmung, aber auch keine Ablehnung. Die Kreisverwaltung soll zunächst prüfen, welche Auswirkungen die Wertstofftonne hätte, auch, welche preislichen Konsequenzen sie für die Bürger bedeuten würde.

Samstag, 23.11.2019, 11:00 Uhr
Prüfauftrag an die Verwaltung nach UWG-Antrag: Wertstofftonne im Kreis Coesfeld?
Wertstofftonne statt Gelber Tonne.. Die Kreisverwaltung prüft nach einem UWG-Antrag, ob die Einführung sinnvoll wäre. In eine Wertstofftonne dürfen auch Kunststoffe, die keine Verpackung sind, wie etwa Plastikspielzeug und Metalle wie eine Alupfanne. Fotos: Oliver Werner Foto: az

Im Unterschied zur gelben Tonne dürfen in die Wertstofftonne nicht nur Verpackungen geworfen werden, sondern auch sonstiges Plastik. Spielzeug, Gießkannen, Folien und Kunststoff-Haarbürsten etwa, außerdem Metalle wie Alupfannen und Töpfe. Sachen, die für die Gelbe Tonne tabu sind und für die der Bürger extra zum Wertstoffhof fahren muss.

Mit einer Wertstofftonne werde eine Mülltrennung einfacher gemacht und das Recycling gestärkt, so die Unabhängige Wählergemeinschaft im Antrag. „Dadurch wird mehr Metall und Plastik gesammelt, was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine erhebliche Menge CO2 eingespart wird.“

Die Wirtschaftsbetriebe des Kreises Coesfeld (wbc) sind skeptisch. So seien im Kreis Coesfeld die Wertstoffe über die Gelben Tonnen und Säcke kontinuierlich gesteigert worden. 2018 waren es 54 kg pro Einwohner und Jahr, in Münster dagegen nur 31 Kilo. Auch über die Wertstoffhöfe seien stets mehr Wertstoffe erfasst worden. „In der Regel führt die Wertstofftonne zu höheren Kosten für die Bürger“, so Stefan Bölte von den wbc. In Münster verursache sie eine Gebührenerhöhung von durchschnittlich 12 Euro pro Jahr für einen Vier-Personenhaushalt.

Werner Schulze Esking von der CDU forderte die Verwaltung auf, genauer zu prüfen. „Mir erscheinen die Zahlen zu hoch gegriffen.“ Dr. Wilhelm Kraneburg von den Grünen war der Meinung, dass Münster als Stadt nicht unmittelbar mit einem Kreis verglichen werden könne und forderte die Verwaltung ebenfalls auf, noch einmal nachzurechnen. Gegen die Wertstofftonne spricht aus seiner Sicht nichts. „Für den Verbraucher ist es einfacher und es wird besser sortiert.“

Laut wbc bestehen mit dem dualen System die Vereinbarungen noch bis Ende 2020. Eine Änderung wäre also ab 2021 möglich.

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