Generali gibt deutschlandweiten Atlas für 2019 heraus
Kreis Coesfeld streitet sich auf Platz 5

Kreis Coesfeld. Jeder dritte Bürger im Kreis Coesfeld ist im Jahr 2018 in einen Rechtsstreit verwickelt gewesen. Das geht aus „Deutschlands großem Streitatlas 2019“ hervor, den die Generali Versicherungen jetzt herausgegeben haben. Die sogenannte Streitintensität von 32,89 Fällen auf 100 Einwohner hat dem Kreis Coesfeld deutschlandweit zu einem weniger rühmlichen fünften Platz verholfen. Nur in Remscheid (32,94), im Havelland (32,98), an der Südlichen Weinstraße (33,98) und in Oberhausen (34,11) bekommen sich die Menschen noch häufiger in die Wolle.

Donnerstag, 28.11.2019, 09:42 Uhr
Generali gibt deutschlandweiten Atlas für 2019 heraus: Kreis Coesfeld streitet sich auf Platz 5
Foto: az

Größter Zankapfel sind dabei Privatangelegenheiten (44 %) und das Verkehrswesen (26,4 %). Zu Privatangelegenheiten zählen vor allem Scheidung und Trennung, Erbstreitigkeiten und Urlaubs- und Reisemängel. Im Verkehrswesen liegen die Geschwindigkeitsüberschreitung, Verkehrsunfälle und Mängel beim Autokauf ganz weit vorne.

Die Suche nach einer Erklärung für die hohe Streitintensität im Kreis Coesfeld gestaltet sich auch aus Sicht von Johannes Warmbold schwierig. „Wenn in einem Jahr beispielsweise größere Arbeitsrechtsprozesse mit vielen beteiligten Mitarbeitern laufen, dann würde so etwas natürlich den Schnitt kaputtmachen“, gibt der Rechtsanwalt aus Coesfeld den wichtigen Hinweis, dass man genau auf die Fälle aus 2018 schauen muss. Eine Klagewelle, wie sie gerade auf das Coesfelder Unternehmen Halco nach der Kündigung von rund 200 Mitarbeitern zurollt, könnte also dazu beitragen, dass der Kreis Coesfeld auch im nächsten Streitatlas wieder seinen Platz verteidigt.

Generell habe Warmbold aber nicht den Eindruck, dass die Bürger hier streitlustiger seien als beispielsweise im Nachbarkreis Borken. Dort liegt jedoch nicht einmal jeder vierte Einwohner mit einem anderen im Clinch (22,46). Auch in Münster (24,96) und im Kreis Steinfurt (25,02) geht es laut der Statistik harmonischer zu. Dabei landet jedoch längst nicht jeder dieser Fälle vor Gericht. Gezählt wurden in der Statistik alle Fälle, in denen eine Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen wurde.

Männer sind deutlich häufiger in Rechtsstreitigkeiten verwickelt (71,2 %) als Frauen (28,8 %). Über die Hälfte aller Bürger im Kreis Coesfeld, die Rechtsmittel einlegen (54,1 %), sind zwischen 36 und 55 Jahren alt. Das kann auch Johannes Warmbold bestätigten. Am wenigsten streiten sich die 18- bis 25-Jährigen. „Das könnte daran liegen, dass viele in diesem Alter noch oft von den Eltern geschützt werden“, vermutet der Rechtsanwalt.

In 69,6 % der Fälle handelt es sich um einen Streitwert von maximal 2000 Euro. Nur in 1,6 % der Fälle liegt der Streitwert zwischen 50 000 und 100 000 Euro. In fast jedem dritten Fall (30,6 %) dauert der Rechtsstreit zwischen 12 und 24 Monaten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7094887?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Nachrichten-Ticker