Jens Wortmann vom Kreissportbund im Interview
„Ums Sportabzeichen beneidet man uns“

Kreis Coesfeld. Eindeutiger geht es nicht. Alle 144 Delegierten haben Jens Wortmann (31) Ende November beim Jugendtag in Ratingen an die Spitze der Sportjugend NRW wiedergewählt. Doch darauf will sich der Politikwissenschaftler aus Coesfeld, der zudem im Vorstand des Kreissportbunds tätig ist, nicht ausruhen. Im Interview mit Redaktionsmitglied Florian Schütte spricht Wortmann über seine Funktion in zwei Verbänden, anstehende Projekte und verrät, was den Kreis Coesfeld im Sportbereich auszeichnet.

Freitag, 03.01.2020, 12:00 Uhr
Jens Wortmann vom Kreissportbund im Interview: „Ums Sportabzeichen beneidet man uns“
Jens Wortmann ist Vorsitzender der Sportjugend NRW und Vorstandsmitglied beim Kreissportbund. „Der Erfolg des Sportabzeichens“, sagt er, „ist ein Alleinstellungsmerkmal des Kreises Coesfeld“. Foto: Florian Schütte

Herr Wortmann, Glückwunsch zur einstimmigen Wiederwahl an die Spitze der Landessportjugend! Wozu beflügelt Sie so viel Rückenwind?

Jens Wortmann: Im Grunde machen wir da weiter, wo wir vorher standen, und wollen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen.

Um welche Projekte handelt es sich dabei – sowohl auf Landes- als auch auf Kreisebene?

Wortmann: Ein Großprojekt wird das Dekadenprogramm „NRW bewegt seine Kinder“ sein, das 2022 ausläuft und auf weitere zehn Jahre fortgeschrieben werden soll. Das weiterzuentwickeln, wird spannend. Daneben laufen noch viele kleinere Projekte. Die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung beschäftigen uns und natürlich auch das olympische Jugendlager mit 120 jungen Ehrenamtlichen samt Team, mit denen es im Juli und August nach Tokio geht.

Ein ähnliches Projekt nur kleiner gibt es ja auch im nächsten Jahr auf Kreisebene mit dem sportlichen Norwegen-Austausch für junge Engagierte im Sport.

Wortmann: Ja, eine ganze Nummer kleiner, da haben wir ja nur zehn Teilnehmer aus dem Kreis Coesfeld.

Und doch gab es dafür kürzlich den Heimatpreis des Kreises Coesfeld.

Wortmann: Das ist das Verdienst von Katharina Ahlers, die das Projekt federführend betreut. Ich war überrascht, weil wir aus anderen Regionen gehört hatten, dass der Preis eher für traditionelle Projekte vergeben wird. Das fand ich schon mutig vom Kreis und hat uns natürlich total gefreut.

Wie läuft es denn mit dem Projekt?

Wortmann: Die Teilnehmer sind ausgewählt und die ersten Vorbereitungswochenenden haben schon stattgefunden. Vieles ist schon auf der Bahn.

Schlagen da eigentlich zwei Herzen in Ihrer Brust: das des Vorsitzenden der Landessportjugend und das des Vorstandsmitglieds beim Kreissportbund?

Wortmann: Da muss man offen mit umgehen. Transparenz ist wichtig. Bei Entscheidungen, die auf Landesebene den Kreis Coesfeld betreffen, enthalte ich mich grundsätzlich.

Also kommt man gar nicht in Versuchung, den eigenen Kreis zu „übervorteilen“?

Wortmann: Das würde, glaub ich, ziemlich schnell auffallen (lacht). Aber das ist ja beim Kreissportbund mit den Vertretern der einzelnen Vereine genauso, wenn sich dort ein Interessenkonflikt abzeichnet.

Verboten ist aber nicht der Blick auf die Arbeit anderer Kreissportbünde. Wo liegen da im Vergleich die besonderen sportlichen Stärken des Kreises Coesfeld?

Wortmann: Das Alleinstellungsmerkmal des Kreises Coesfeld ist das Sportabzeichen. Darum beneiden uns andere. Das Erfolgsgeheimnis dabei ist sicherlich das Netzwerk und Engagement von Klaus Becker. Also im Bereich der Sportförderung und im jungen Ehrenamt sind wir ganz weit vorne mit dabei.

Und was kann sich der Kreis Coesfeld aus sportlicher Sicht noch bei anderen Landkreisen abschauen?

Wortmann: Wo wir noch besser werden können, ist der Bereich der Inklusion. Wir haben zwar ein paar Leuchtturmvereine wie die DJK Eintracht Coesfeld-VBRS oder auch die Behinderten-Sport-Gemeinschaft Dülmen, die sich von der anderen Seite her geöffnet hat – um zwei Beispiele zu nennen. In der Breite sind da andere Kreise aber noch besser aufgestellt.

Was ist denn Ihr sportliches Highlight 2019?

Wortmann: Mein Highlight sind die sogenannten J-Teams. Dabei handelt es sich um eine Vereinbarung mit der Landesregierung, die Geld zur Verfügung stellt, um das jugendliche Ehrenamt zu fördern. Innerhalb von fünf Jahren wollen wir 250 solcher Jugend-Teams in den Vereinen etablieren, die dann eigene kleine Projekte erarbeiten. Das kann beim Reitverein eine Übernachtung in der Reithalle sein oder Trendsportangebote, die an den Start gebracht werden. Die Arbeit dieser jungen Leute im Alter von 13 bis 27 fördert total den Zusammenhalt. Im Kreis Coesfeld haben wir bereits elf solcher Teams und landesweit nach nicht mal einem Jahr schon 222!

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