Landtagsabgeordneter lud zum Puppentheater
„Guten Tag, danke, bitte“

Nottuln-Darup (ul). Ist ein Raumschiff, das nur mit Frauen besetzt ist, unbemannt? Wenn eine 18-Jährige eine Gesichtscreme nutzt, die 20 Jahre jünger macht, ist das dann lebensgefährlich? Und überhaupt: Sind demonstrierenden Katholiken Protestanten? „Witz & Wahrheit“ lieferten den Dreh- und Angelpunkt des Expertengespräch der anderen Art, zu dem Landtagsabgeordneter André Stinka (Dülmen) und Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes in den Hof Schoppmann in Darup eingeladen hatte. Mit von der Partie: Hermann-Josef Vogt (Coesfeld), in der schriftlichen Einladung angekündigt als „zukünftiger Landrat des Kreises Coesfeld“. Wunsch, Witz, Versehen oder Wahrheit?

Mittwoch, 22.01.2020, 11:00 Uhr
Landtagsabgeordneter lud zum Puppentheater: „Guten Tag, danke, bitte“
Landtagsabgeordneter André Stinka (l.), Landratskandidat Hermann-Josef Vogt (r.) und Puppenspieler Master Me. Foto: Ulla Wolanewitz

Der bevorstehende Wahlkampf war jedoch an diesem unterhaltsamen Abend weniger das Thema, sondern vielmehr eine respektvolle Kommunikation und Achtsamkeit. „Was man aussendet, kommt zu einem zurück“, zitierte Markus Schürkamp alias „Master Me“ eine alte Volksweisheit und lieferte gleichzeitig den praktischen Beweis dazu mit einem Bumerang, den durchs Publikum segeln ließ.

Schon gewusst, dass bei der Wirkung einer Rede der Inhalt nur fünf Prozent ausmacht? Die Stimme 38 Prozent, während die Körpersprache den Löwenanteil von 55 Prozent liefert.

Master Me war mit drei Kollegen angereist – im Koffer, die er nach und nach an die Luft holte. Als ersten „Springt-ut-de-Kist“ präsentierte er den charmant, süffisanten Opa Oskar an die Abendsonne. Der 88-Jährige changierte in der Liga des Muppets-Duos „Waldorf & Staedler“ und zeigte sich in Bestform, wofür Master Me ihm als Bauchredner das entsprechende Leben einhauchte. Schon nach wenigen Sätze hatte das Duo eine Zauberkraft mit Magnetwirkung entfacht, dass die Zuschauer ihnen fasziniert an den Lippen hingen. Zwar klagte der betagte Oldie etwas über die neue Hüfte – „die schleift etwas im dritten Gang“ – ansonsten präsentierte er sich aber mopsfidel und ganz am Puls der Zeit. „Ich hab´ eine ‚Warts-ab-Gruppe’ mit meinem Enkel und mache Onlinne-Banking, weil ich ne flatte Ratte habe“, erklärte er stolz. Im Gegenzug dafür bringe er seinem Enkel längst vergessene Worte bei wie „guten Tag, danke, bitte“. Innehalten, durchatmen und sich wieder auf sich selbst konzentrieren, das sind die drei Dinge, die Opa Oskar im Dialog mit Stinka aus ihm herauslockte auf die Frage: Wie kann die Hektik des Tages gedrosselt werden? „Das meiste ist doch hausgemacht und hat damit zu tun, dass wir uns zu viel vorgenommen haben“, so Stinka.

Schürkamp ließ noch Regenwurm Rudolf durch ihn sprechen und machte Elvira lebendig. Die kam von einer Kreuzfahrt zu den griechischen Inseln, Konkursos, Bankrottos und Insolvenzos. Ihre Empfehlung in die Runde: „Lacht viel in die Welt. Das überträgt sich dann auch auf andere und kommt zu euch zurück!“ Witz oder Wahrheit? Versuch macht kluch. . .

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