Polizei stellt Unfallstatistik vor
Es krachte 5945 Mal im Kreis Coesfeld

Kreis Coesfeld. 5945 Unfälle passierten im vorigen Jahr – 139 mehr als im Vorjahr. So viele wie seit 2010 nicht. Trotzdem: „Im Vergleich hat der Kreis Coesfeld im Münsterland die niedrigsten Unfallhäufigkeitszahlen“, bilanzierte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr gestern im Pressegespräch. Wenn es im Kreis Coesfeld allerdings knallt, dann richtig – die Folgen sind oft schwer.

Mittwoch, 26.02.2020, 10:36 Uhr
Polizei stellt Unfallstatistik vor: Es krachte 5945 Mal im Kreis Coesfeld
Foto: az

13 Menschen starben 2019 bei Unfällen, 246 wurden schwer verletzt, 693 leicht verletzt. Besonders im Focus der Polizei: die relativ hohe Zahl von verunglückten Pedelecfahrern und Radfahrern. 302 waren es 2019 – Höchststand seit 2010. 63 wurden schwer verletzt, sechs starben. „Vier von ihnen trugen keinen Helm“, sagte Thomas Eder, kommissarischer Abteilungsleiter. Zwar sei nicht klar, ob die Verunglückten noch leben würden, wenn sie einen Helm getragen hätten, doch der Appell an Radfahrer ist deutlich: „Leute, setzt den Helm auf“, so Eder. Er spricht aus Erfahrung – denn er hatte selber vor zwei Jahren einen Unfall mit dem Rad. Er stürzte. „Ich schlug mit dem Kopf auf. Der Helm zersprang, mein Kopf blieb heil.“

Die Anzahl der Senioren, die bei Unfällen verunglückten, liegt seit drei Jahren auf einem hohen Niveau. Leonie Probst, Direktionsleiterin Verkehr, die die Zahlen vorstellte: „Vier der getöteten Rad- und Pedelecfahrer waren über 65 Jahre alt.“ Die Polizei will in diesem Jahr deswegen im Bereich Pedelec- und Radfahren noch einmal verstärkt vorbeugende Aktionen starten, speziell auch für Senioren. „Aber auch mit stärkeren Kontrollen müssen Radfahrer rechnen“, kündigte Probst an.

Ohnehin will die Polizei die Geschwindigkeitsüberprüfungen intensivieren. Wer zu schnell unterwegs ist, muss mit Blitzern rechnen. Die Programme zur Motorradsaison – darunter die beliebte Poli-Tour – sollen auch in diesem Jahr stattfinden. 65 Motorradfahrer hatten 2019 einen Unfall. Dabei stammten die Fahrer oftmals nicht aus dem Kreis Coesfeld, sondern waren auf der Durchreise. „Der Kreis Coesfeld ist ein viel gelobtes Kradland“, umschrieb Probst die Beliebtheit der Straßen etwa im benachbarten Holland. Nicht nur, was Kurven und Beschaffenheit angeht, auch höhere Geschwindigkeiten sind oft erlaubt und Überschreitungen werden in Deutschland laxer geahndet als in Holland.

952 Verunglückte und 13 Tote

Verunglückte: 952 (in Klammern 2018: 972)

Tote: 13 (11)

Schwerverletzte: 246 (241)

Leichtverletzte: 693 (720)

Verunglückte Senioren: 166 (162); davon tödlich: 6 (5); schwer verletzt: 50 (50)

Verunglückte Radfahrer/Pedelec: 302 (288); tödlich: 5 (2);schwer verletzt: 63 (69) Verunglückte Kinder: 88 (60); tödlich: 0 (1), schwer verletzt: 11 (11).

Einfach abgehauen

Seit Jahren steigend, 2019 neuer Höchststand: 1179 Unfallfluchten zählte die Polizei. Darunter 55, bei denen sogar Menschen verletzt worden waren.

Im Rausch

Alkohol oder andere berauschende Drogen waren bei 86 Unfällen 2019 mit im Spiel. Die Zahlen fallen seit Jahren ähnlich aus. 2009 waren es 91 Unfälle, 2017 84, 2018 68.

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