Mann aus Senden infiziert
Erster Coronavirus-Fall im Kreis Coesfeld

Kreis Coesfeld (vth). Erster Fall einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Kreis Coesfeld: Ein 49-jähriger Mann aus Senden, der im Clemenshospital in Münster behandelt wurde, hat sich mit dem neuartigen Grippevirus infiziert. Eigentlich war der Mann wegen einer anderen Sache ins Krankenhaus gekommen – wegen einer anstehenden Operation. Er hatte dann aber Fieber und wurde auf den Erreger getestet. Positiv.

Mittwoch, 04.03.2020, 21:16 Uhr
Mann aus Senden infiziert: Erster Coronavirus-Fall im Kreis Coesfeld
Der Abstrich eines Sendeners war positiv. Der 49-Jährige hat sich mit dem neuartigen Grippevirus infiziert. Foto: Marcel Kusch/dpa

Der Mann sei sofort isoliert worden, wie das Clemenshospital mitteilt. Der Patient sei aktuell nahezu symptomfrei und deshalb in häusliche Quarantäne entlassen worden. Dort soll er nun 14 Tage bleiben, so das Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld. In Quarantäne sind auch die Familienmitglieder, die ebenfalls bereits getestet wurden und nun vorsorglich zuhause bleiben. Insgesamt werden 16 Abstriche von Personen aus dem Umfeld genommen, sagt Pressesprecher Christoph Hüsing auf Nachfrage. Ergebnisse stehen noch aus, sie sollen Donnerstag (5.3.) vorliegen.

Das Gesundheitsamt war den ganzen Tag dabei, die Kontaktpersonen des Mannes in Verwandtschaft und Freundeskreis zu ermitteln. „Die Anzahl liegt nach jetzigem Stand im unteren zweistelligen Bereich“, nannte Hüsing das Ergebnis am frühen Abend.

Unklar ist, wo sich der Sendener angesteckt haben könnte. „Seine Kontakte befinden sich alle im Kreis Coesfeld“, so Hüsing. Eine Reise in den Iran oder nach Norditalien habe er nicht unternommen. Es gebe keine Querverbindungen zu den Fällen im Kreis Unna oder in der Stadt Münster; auch im Kreis Heinsberg hielt er sich nicht auf.

In Münster selber gibt es seit dem Wochenende zwei weitere bestätigte Fälle, darunter eine Erzieherin einer Kita.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr hat die Koordinierungsgruppe des Kreises einberufen; sie besteht aus Fachleuten der Dezernate und Abteilungen der Kreisverwaltung, die sich auch mit der DRK-Leitung abgestimmt haben. Eine Einberufung des Krisenstabes oder gar eine Schließung öffentlicher Einrichtungen sei in der derzeitigen Situation nicht erforderlich, hieß es in der Runde übereinstimmend.

- Das Gesundheitsamt weist noch einmal darauf hin, dass Menschen mit Symptomen nicht in eine Praxis kommen, sondern ihren Arzt anrufen sollen. Es wird dann alles weitere besprochen.

- - Das Infotelefon des Kreisgesundheitsamtes zum Coronavirus unter der Rufnummer 02541 / 18-5380 ist weiterhin geschaltet und montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

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