Nach den Kita-Schließungen
Nur Dülmen stoppt Zahlung der Eltern-Beiträge

Kreis Coesfeld. In anderen Städten geht es. Abwartende Haltung aber im Kreis Coesfeld, was die Kindergarten-Beiträge nach den Kita-Schließungen angeht. Die neun Städte und Gemeinden im Kreisjugendamtsbezirk wollen erst einmal auf eine Entscheidung des Landes warten, wie der Landrat mit den Bürgermeistern abgestimmt hat. Auch vor dem Hintergrund, dass der nächste Erhebungstermin erst am 15. April sei, lautet die Begründung.

Donnerstag, 26.03.2020, 06:00 Uhr

Die Landräte in NRW hätten sich gestern gemeinsam an die Landesregierung gewandt, so der Kreis. Laut Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr hat die zuständige Ministerin eine zeitnahe Entscheidung in Aussicht gestellt. Schulze Pellengahr selber setzt sich dafür ein, die Erhebung der Elternbeiträge aufgrund der Coronakrise und der Schließung der Einrichtungen zunächst auszusetzen - und betont: „Ich habe auch den klaren politischen Auftrag des Kreisausschusses, auf eine solche Lösung hinzuwirken.“ Dieser hatte in seiner jüngsten Sitzung empfohlen, dass für Eltern aktuell keine Kita-Beiträge erhoben werden sollen.

Auch die Stadt Coesfeld, die ein eigenes Jugendamt hat, will auf die Kita-Beiträge nicht verzichten. Anders als Dülmen – die zweite Stadt im Kreis mit eigenem Jugendamt. Sie teilte gestern mit, dass sie mit den örtlichen Fraktionen die Entscheidung getroffen habe, die Elternbeiträge ab April zu stunden. Um Familien eine erste schnelle Hilfe bieten zu können.

Die Handhabung ist zurzeit überall unterschiedlich. Im Kreis Warendorf einigten sich der Kreis und die Städte mit eigenem Jugendamt jetzt, dass sie ab April keine Kita-Gebühren mehr einziehen. Auch im Kreis Borken werden Abbuchungen vorerst gestoppt.

Diese Regelung hätte auch der SPD-Landratskandidat und Kreistagsabgeordnete Hermann-Josef Vogt (Coesfeld) für den Kreis Coesfeld gerne gesehen. „Es findet keine Betreuung mehr statt, also sollen die Eltern auch nicht mehr zahlen müssen“, sagt er. Zumal viele Familien durch die Situation stark belastet seien - die Kinder selber betreuen und deshalb weniger arbeiten oder sowieso von Kurzarbeit bedroht seien. „So haben wir das ja auch im Kreisausschuss empfohlen.“ Wer das Geld nicht unbedingt benötige, „könnte es den Trägern spenden“, lautet Vogts Vorschlag. Denn auch die leiden unter der Situation.

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