Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr zur Lage
„Unser Ziel ist es, die Kapazitäten weiter ausbauen“

Kreis Coesfeld. Viel passiert in dieser Woche. Das Corona-Behandlungszentrum in Dülmen wurde eröffnet. In Coesfeld das Hilfskrankenhaus, in dem Corona-Patienten betreut werden können, die soweit stabil sind. Unser Redaktionsmitglied Viola ter Horst sprach mit Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr über die Lage.

Samstag, 04.04.2020, 07:00 Uhr
Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr zur Lage: „Unser Ziel ist es, die Kapazitäten weiter ausbauen“
„Hoffnungsvoll stimmt mich dagegen die Zahl von deutlich über 100 Gesundeten“: Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Foto: Viola ter Horst

Sie arbeiten ja verstärkt daran, den medizinischen Bereich zu stärken. Wie weit sind Sie da und wie geht es weiter?

Schulze Pellengahr: Wir haben die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe tatkräftig darin unterstützt, in Dülmen ein Diagnose- und Behandlungszentrum einzurichten. Das läuft jetzt an und wird hoffentlich die stark in Anspruch genommenen Hausarztpraxen entlasten. Und unser Hilfskrankenhaus in Coesfeld dürfte auch bald personell voll einsatzbereit sein. Außerdem sind wir im engen Austausch mit den Krankenhäusern - mit dem Ziel, dass die Kapazitäten dort weiter ausgebaut werden. Auch die Beschaffung von Masken und Desinfektionsmitteln läuft etwas besser. Hier gilt mein Dank den Betrieben und Apotheken, die hier durch zusätzliche Produktion helfen, den Engpass zu überwinden. Trotzdem bleibt die Lage angespannt.

Seit Freitag letzter Woche gibt es Todesfälle im Kreis Coesfeld und die Zahl der nachgewiesenen Infizierten ist in dieser Zeit von 264 auf 377 gestiegen. Wie schätzen Sie den weiteren Verlauf ein?

Schulze Pellengahr: Der Kreis Coesfeld steht in diesen Tagen solidarisch und mitfühlend an der Seite aller Menschen, die um Angehörige oder Freunde trauern. Hoffnungsvoll stimmt mich dagegen die Zahl von deutlich über 100 Gesundeten, die wir jetzt insgesamt haben. Die allermeisten Menschen überstehen die Erkrankung gut, einige haben sogar nur geringfügige Symptome. Auch die wirtschaftlichen Effekte der Corona-Krise können wir nur als Solidargemeinschaft auffangen. Irgendwann werden wir uns vielleicht wehmütig an die Arbeitsmarktaten vom März 2020 erinnern, die wir diese Woche veröffentlicht haben – mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent.

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