Kreis sucht Standort
Nun auch ein Hilfs-Pflegeheim

Kreis Coesfeld. Nach dem Hilfs-Krankenhaus, das der Kreis Coesfeld in der Turnhalle des Pictorius-Berufskollegs in Coesfeld eingerichtet hat, soll nun auch ein Hilfs-Pflegeheim entstehen. Der Kreis sucht nach einem geeigneten Standort.

Mittwoch, 08.04.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 10:46 Uhr
Kreis sucht Standort: Nun auch ein Hilfs-Pflegeheim
Um die Krankenhäuser zu entlasten, sollen Seniorenheime selber Isolier- und Quarantänebereiche schaffen. Der Kreis ist dabei, ein Gebäude für ein Hilfs-Pflegeheim zu finden, um weitere Plätze vorzuhalten. Foto: Archiv/dpa

„Ziel ist es, die Krankenhäuser zu entlasten“, sagt Dezernent Detlef Schütt. Deswegen sollen in den Altenpflegeeinrichtungen selber Isolier- und Quarantänebereiche eingerichtet werden. Für neu aufgenommene Bewohner (Quarantäne) und für Bewohner, die sich infiziert haben (Isolation), aber nicht ins Krankenhaus müssen. „Zusätzlich richten wir als Kreis ein Hilfs-Pflegeheim mit Isolier- und Quarantänebereichen ein – für den Fall, wenn die Seniorenheimen voll sind.“ Oder die Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, für die der Kreis ebenfalls Ausweichmöglichkeiten schaffen muss. So sieht es ein Erlass des NRW-Gesundheitsministers vom Wochenende vor. „Die Standort-Überlegungen laufen zurzeit auf Hochtouren“, sagt Schütt.

Viele Senioreneinrichtungen hätten bereits reagiert und ihrerseits Räume geschaffen. So teilten die Christophorus-Kliniken gestern mit, dass sie die Kurzzeitpflege des St. Katharinenstifts in Coesfeld nutzen, um dort für infizierte Bewohner ihrer drei Altenheime in Coesfeld und Nottuln Isolierräume vorzuhalten. Aktuell werden dort zwei Bewohnerinnen aus dem St.-Katharinen-Stift versorgt, die positiv auf die Corona-Infektion getestet wurden.

„Wir haben inzwischen vereinzelt weitere Fälle in Senioreneinrichtungen im Kreis Coesfeld“, so Schütt zur aktuellen Lage. Auch im Bereich der mobilen Pflege gebe es Ansteckungen.

Insgesamt leben in stationären Altenheimen 2360 Senioren im Kreis Coesfeld, dazu werden rund 2350 Ältere von mobilen Pflegediensten versorgt. In Behinderteneinrichtungen wohnen 1192 Menschen.

Der Kreis Coesfeld hat als Behörde die Heimaufsicht. „Die Seniorenheime haben vor dem Hintergrund der Ansteckungsgefahr das soziale Leben in den Einrichtungen stark reduziert“, sagt Schütt. Besuche sind sowieso tabu. Trotzdem ließen sich Ansteckungen nicht komplett vermeiden.

Vorige Woche verteilte der der Kreis Schutzmasken von der Bezirksregierung an die Senioreneinrichtungen. „Die Beschaffung ist nach wie vor schwierig“, sagt Schütt. „Wir telefonieren die Einrichtungen gerade erneut ab, um den Bedarf zu ermitteln.“

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