OP-Masken oftmals wieder erhältlich – zu stark schwankenden Preisen / Noch keine Pflicht im Kreis
Immer mal Mundschutz-Lieferungen

Kreis Coesfeld. Auf eine kreisweite Mundschutzpflicht haben sich die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld noch nicht geeinigt. Bislang jedenfalls nicht, ergibt eine Nachfrage bei Bürgermeistersprecher Richard Borgmann (Lüdinghausen). Die Kommunen leiten aber die „dringende Empfehlung“ des Landes NRW an die Bürger im Kreis Coesfeld weiter, einen Mundschutz zu tragen, insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkaufen. Gut möglich, dass die Städte und Gemeinden bald einen Schritt weiter gehen – so wie Münster, wo seit Montag Maskenpflicht für alle gilt. Oder dass generell landes- oder bundesweit eine Verpflichtung eingeführt wird. Eine Forderung von Experten – der immer mehr Länder folgen. Das Robert-Koch-Institut sieht das Tragen eines Mundschutzes als sinnvoll, um Risikogruppen zu schützen und die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen.

Mittwoch, 22.04.2020, 06:00 Uhr
OP-Masken oftmals wieder erhältlich – zu stark schwankenden Preisen / Noch keine Pflicht im Kreis: Immer mal Mundschutz-Lieferungen
Einfache Mundschutzmasken sind inzwischen immer mal wieder in Apotheken erhältlich – zu stark schwankenden Preisen. Foto: Viola ter Horst

Viele Bürger helfen sich inzwischen mit selbstgenähtem Mundschutz. Einfache OP-Masken, seit Wochen kaum zu bekommen, trudeln aber inzwischen in den Apotheken verstärkt ein. „Es kommen immer mal wieder Lieferungen herein“, sagt Kreis-Apothekensprecher Dr. Stephan Barrmeyer. Ein Problem sei die Beschaffung aber nach wie vor, denn hergestellt werde der Mundschutz überwiegend in China. „Da kann man nicht einfach mal eben anrufen und nachfragen, ob und wann eine Lieferung möglich ist“, erklärt Barrmeyer die Situation. Die Apotheken im Kreis Coesfeld bestellten an verschiedenen Stellen. Die einfachen Einwegmasken kosten ein Vielfaches als vor der Corona-Pandemie. Der Preis schwankt dabei von Apotheke zu Apotheke und kann sich innerhalb kurzer Zeit ändern, so das Ergebnis von Nachfragen. Mal kosten sie um einen Euro, mal doppelt so viel und mehr. „Die Einkaufspreise sind enorm unterschiedlich“, erklärt Barrmeyer. „Jede Lieferung hat einen anderen Preis.“ Dieser werde schließlich an den Endverbraucher weitergereicht.

Auch begrenzen viele Apotheken die Anzahl an Masken, die sie dem Privatkunden herausgeben. Damit kein „Klopapiereffekt“ entsteht, sagt Barrmeyer: „Wir wollen vermeiden, dass einige Personen hamstern und viele andere nichts bekommen.“ Falls eine Maskenpflicht eingeführt werde, sollte auch jeder einen Mundschutz besitzen können.

Die einfachen Masken sind zwar eigentlich Einwegartikel, aber sie können nach dem Tragen gebügelt oder in den Backofen gelegt werden, um Viren und Bakterien zu töten. Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt 30 Minuten bei 65 bis 70 Grad. Dann können sie erneut angelegt werden. „Wichtig ist es, die Maske richtig zu tragen“, betont Barrmeyer. Die farbige Seite ist außen, die Maske sollte die Nase und den Mund bis zum Kinn bedecken und an den Rändern eng anliegen. Egal, ob selbstgemacht oder gekauft: „Die Mindestabstände und die Hygieneregeln müssen trotzdem zwingend eingehalten werden“, sagt Barrmeyer.

Wer eine Stoffmaske bevorzugt, findet oft vor Ort private Angebote. Ein Tipp ist auch der Schneider. Fürs Selbernähen lassen sich im Internet zahlreiche Schnittmuster finden – bis hin zu Ideen, wie ohne Nähen ein Baumwoll-Shirt in eine Maske umgewandelt werden kann.

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