Kandidatenaufstellung am 6. Juni in Dülmen / Breiter Protest geplant
AfD will bei den Kreistagswahlen antreten

Kreis Coesfeld. Die AfD will im Kreistag mitmischen. Sie plant, im Kreis Coesfeld erstmals bei den anstehenden Kommunalwahlen anzutreten und Kandidaten für den Kreistag aufzustellen. Die Aufstellungsversammlung ist am 6. Juni (17 Uhr) in der Aula des Dülmener Schulzentrums (An der Kreuzkirche) geplant.

Freitag, 22.05.2020, 18:34 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 18:48 Uhr
Kandidatenaufstellung am 6. Juni in Dülmen / Breiter Protest geplant: AfD will bei den Kreistagswahlen antreten
Die AfD will im Kreis Coesfeld erstmals bei den Kommunalwahlen antreten. Es ist breiter Protest unter Federführung des DGB geplant. Foto: Archiv

In den einzelnen Orten wolle die AfD nicht antreten, so ein Vorstandsmitglied auf Nachfrage. „Dafür haben wir nicht genug Kandidaten.“ Denn um bei den Rats-Wahlen anzutreten, müssen alle Wahlbezirke in den Städten und Gemeinden besetzt werden können. Eine größere Stadt wie Coesfeld hat allein schon 19 Wahlbezirke.

Insgesamt habe die AfD im Kreis Coesfeld rund 60 Mitglieder, so der AfD-Vertreter, der seinen Namen nicht veröffentlicht haben möchte. „Wir wollen drei oder vier Kandidaten aus dem Kreis Coesfeld für die Kreistagswahl aufstellen“, so der AfD-Vertreter. Über die Liste hoffe man, in den Kreistag einziehen zu können; bei einem guten Wahlergebnis mit zwei oder gar drei Politikern.

Der Kreisverband des Gewerkschaftsbunds DGB plant derweil eine Protestaktion gegen das Ansinnen. DGB-Kreisvorsitzender Ortwin Bickhove-Swiderski aus Dülmen fordert alle Demokraten auf, aufzustehen und unter dem Motto „Gegen Rassismus - keinen Zentimeter den Nazis“ zu protestieren. „Wir wollen ein buntes, parteiübergreifendes Bündnis schmieden, offen für alle Interessierten“, sagt Bickhove-Swiderski gegenüber unserer Zeitung. Der DGB wolle umgehend mit der Kreispolizei sprechen, welche Möglichkeiten bestehen, auch unter Conora-Bedingungen demokratischen Gegendruck aufzubauen. „Das werden wir mit der Kreispolizei klären.“ Weitere Gespräche mit Aktiven sollen stattfinden, um den Protest am 6. Juni zu organisieren. Bickhove-Swiderski stellt sich ein Bühnenprogramm vor.

In Dülmen gründete sich bereits eine Ortsgruppe der NPD. Ob möglicherweise Verbindungsabsichten mit der AfD bestehen – oder im Gegenteil, jede Partei bewusst eigene Wege geht, ist bislang unklar.

Die Stadtverwaltung Dülmen teilt mit, dass sie die Versammlung der AfD habe genehmigen müssen. Mit Verweis auf die Einhaltung der notwendigen Hygienevorschriften und strenger Auflagen bezüglich der Abstandsregelungen habe sie eine passende Räumlichkeit zur Verfügung gestellt.

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