Ausstellung „Liquified Troubles“ von Danny Minnick in der Kolvenburg
Neue Street-Art in alten Mauern

Kreis Coesfeld. Vor den historischen Mauern wirken die großformatigen Werke wie eine Farbexplosion und entfalten ihre volle Wirkung. Gerade wegen dieses Kontrasts war die Billerbecker Kolvenburg die erste Wahl für die neue Ausstellung „Liquified Troubles – Street-Art Poetry“ des amerikanischen Künstlers Danny Minnick. Von Samstag (13. 6.) an sind die 42 expressionistischen Werke, die auch von Künstlern wie Keith Haring und Banksy inspiriert sind, in der Kolvenburg zu sehen.

Samstag, 13.06.2020, 08:08 Uhr
Ausstellung „Liquified Troubles“ von Danny Minnick in der Kolvenburg: Neue Street-Art in alten Mauern
Weil er wegen der Einreisebeschränkungen nicht persönlich zur Ausstellungseröffnung anwesend sein konnte, wurde Street-Art-Künstler Danny Minnick von Kulturreferentin Anna Maria Katz kurzerhand per Live-Video in der Billebecker Kolvenburg hinzugeschaltet. Im Hintergrund lauschen (v.l.) Galerist Dirk Geuer und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr den Ausführungen des Künstlers. Fotos: Florian Schütte Foto: az

Gerne wäre er persönlich zur Eröffnung gekommen, beteuert der Künstler. Da dies wegen der Einreisebeschränkungen jedoch nicht möglich war, schaltete Kulturreferentin Anna Maria Katz Danny Minnick bei der Pressekonferenz am Freitagnachmittag per Live-Video hinzu. „Ich möchte Künstler zu ihrer Arbeit inspirieren und ihnen helfen, an sich selbst zu glauben“, erklärt der Autodidakt. Bis zu einer Sprunggelenksverletzung war er professionell in der Skater-Szene unterwegs. Auch als Schauspieler und Stuntman ist er bekannt. „Die Verletzung zwang ihn dann, sich neu zu orientieren“, sagt Galerist Dirk Geuer. Mit seiner Kunst setzt Minnick auch politische Statements wie zur zunehmenden Vermüllung der Meere. Doch auch ganz persönliche Aspekte wie die Liebe zu Hunden finden sich in den sowohl groß- als auch kleinformatigen Werken und begehbaren Bodenarbeiten wieder. Zu einer Ikone ist eine skelettartige Figur geworden, die ein Pluszeichen auf Beckenhöhe trägt und auf vielen Leinwänden wiederzuerkennen ist. Sie steht für positive Energie – passend zum Titel der Ausstellung, der übersetzt „Verflüssigte Probleme“ bedeutet, die die Menschen eben auflösen müssten.

Für Minnick ist es die erste Ausstellung in einem so historischen Gebäude, wie er auf Nachfrage antwortet. „Hier braucht es Kraft, sich gegen den Stein und die gewaltigen Wände zu behaupten“, sagt auch Dirk Geuer. Minnick gelingt dies, indem er „verschiedene Farbschichten und Techniken zu einem expressiven Charakter kombiniert“.

Dirk Geuer freut sich auf viele Kunstinteressierte, die sich im Gespräch über Minnicks Werke austauschen. Und auch Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr ist froh, nach coronabedingter kultureller Abstinenz mit „dieser tollen Ausstellung wichtige Ankerpunkte im alltäglichen hektischen Treiben zu setzen“.

Noch bis zum 1. November ist die Ausstellung in der Kolvenburg zu sehen. Und wer weiß, vielleicht gelingt es dem Künstler bis dahin, der Ausstellung noch selbst einen Besuch abzustatten.

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