Corona: Statt Lossprechungsfeier persönliche Fotos
Bitte einmal lächeln

Kreis Coesfeld. Christin Flüchter würde die erfolgreichen Gesellen am liebsten umarmen, „das machen wir immer so“, sagt die Obermeisterin aus Nottuln-Darup der Friseurinnung im Kreis Coesfeld. Doch diesmal ist alles anders. Corona macht einen Strich durch die Rechnung. Kein Knuddeln für den erfolgreichen Nachwuchs. Und keine Lossprechungsfeier. „Dabei sollte sie diesmal ganz groß in der Bürgerhalle in Coesfeld stattfinden“, bedauert Josef Fels von der Kreishandwerkerschaft. 193 Gesellen gibt es in diesem Sommer, rund 800 Gäste hatte die Kreishandwerkerschaft für die feierliche Party kalkuliert. Dann kam Corona.

Mittwoch, 01.07.2020, 07:00 Uhr
Corona: Statt Lossprechungsfeier persönliche Fotos: Bitte einmal lächeln
Wegen Corona gibt es dieses Jahr keine Lossprechungsfeier für die erfolgreichen Gesellen. Die Kreishandwerkerschaft fotografiert aber alle Gesellen, um die Porträts später als Gruppenbilder zu montieren – als Erinnerungsgeschenk. Josef Fels fotografiert gerade den angehenden Friseur Tobias Holtmann. Foto: Viola ter Horst

„Schade“, sagt Tobias Holtmann, der gerade seine Prüfungsergebnisse mitgeteilt bekommen hat. Im kleinen Rahmen. „Besonders, dass wir uns alle nicht mehr sehen.“ Dafür ist seine berufliche Zukunft schon klar. „Mein Ausbildungsbetrieb übernimmt mich“, freut sich der Nachwuchs-Friseur.

Fels ist mit der Kamera gekommen. Jeden Gesellen fotografiert er einzeln. „Einmal vor die weiße Wand“, fordert er nun auch Tobias Holtmann auf.

Zwar gibt es diesmal keine Lossprechungsfeier. Dafür hat sich die Kreishandwerkerschaft aber überlegt, von allen knapp 200 Gesellen Fotos anzufertigen und sie später dann als Gruppenfotos zu montieren. „Zur Erinnerung und als kleiner Trost, weil wir den üblichen Rahmennicht bieten können“, erklärt Sprecherin Maria Gillissen. „Wir hätten die Coronaregeln bei so vielen Gesellen nicht einhalten können.“

Auch Gillissen war mit der Kamera in der letzten Zeit oft unterwegs, um die Gesellen zu fotografieren. „Wegen der Abstandsregelung können wir schlecht Gruppenfotos machen“, erläutert sie. „Also fotografieren wir die Gesellen alle einzeln und unsere Grafikerin montiert sie dann zu ihren Prüfungsgruppen für eine Zeitschrift zusammen.“ Eine Idee, die mit viel Aufwand verbunden ist, schließlich müssen fast 200 Gesellen fotografiert und als Collagen wieder zusammengesetzt werden: Maurer, Maler, Bäcker, Dachdecker Steinmetze, Zimmerer, Friseure, Tischler und Uhrmacher.

Auch unsere Zeitung wird die Gruppenbilder mit den Gesellen wieder auf einer Extra-Seite bringen – wie gewohnt, aber ein bisschen anders eben.

Eigentlich war die Lossprechungsfeier am 26. Juni geplant – doch jetzt liefen an diesem Datum und darüber hinaus noch Prüfungen. Denn durch die Pandemie haben sich auch die Prüfungstermine verschoben. Die letzten fanden gestern statt – der Dachdecker-Nachwuchs musste sein Können beweisen.

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