Rosendahl mit den meisten Mitgliedern im Sportverein
Stabile Entwicklung mit einem Aber

Kreis Coesfeld (vth). Rosendahl ist mal wieder an der Spitze, was die Mitgliederanzahl in Sportvereinen angeht: 4500 Menschen sind am 1. Januar 2020 in einem Sportverein, umgerechnet sind das 41,6 Prozent der Einwohner. So hohe Werte schafft kein anderer Ort im Kreis Coesfeld. Auf Platz 2 folgt Coesfeld, auf Platz 3 Ascheberg. Am Ende befindet sich Olfen mit 25,7 Prozent, wie der Kreissportbund ermittelt hat.

Samstag, 04.07.2020, 08:00 Uhr
Rosendahl mit den meisten Mitgliedern im Sportverein: Stabile Entwicklung mit einem Aber
Foto: az

Insgesamt haben die über 200 Sportvereine im Kreis Coesfeld 70 467 Mitglieder gemeldet. „Damit ist die Situation stabil“, sagt Jens Wortmann vom Kreissportbund. In einzelnen Städten und Gemeinden gebe es aber signifikante Entwicklungen: Während die Mitgliederzahlen im Jahresvergleich in Ascheberg und Lüdinghausen jeweils um über drei Prozent zurückgegangen sind, haben sie sich in Dülmen und Nordkirchen mit Zuwächsen um je ca. drei Prozent und insbesondere in Havixbeck mit einem Zuwachs von mehr als vier Prozent positiv verändert.

„Die Befürchtung, dass mit der demografischen Entwicklung auch die Vereine viele Mitglieder verlieren, ist bislang nicht eingetreten“, sagt Wortmann. „Es gibt zwar weniger Kinder, aber davon sind prozentual mehr im Sportverein als früher“, beschreibt er die Situation. Bei den unter Sechsjährigen verzeichnen die Vereine denn auch Zuwächse – ebenso bei über 60-Jährigen. In der Altersgruppe zwischen 24 und 45 Jahre – die Zeit der Familienplanung – fehlen hingegen Mitglieder. „Die Entwicklung ist herausfordernd“, analysiert Wortmann. Denn andrerseits sei ein Boom bei selbstorganisiertem Sport erkennbar, gerade auch in der mittleren Altersgruppe: Die Laufgruppe, die Radfahrgruppe, die Yogastunde werden zunehmend im Bekanntenkreis oder übers Internet organisiert. „Vereine schrecken auch ab, weil befürchtet wird, dass eine Mitgliedschaft bedeutet, weitere Aufgaben übernehmen zu müssen“, so Wortmann. Oder weil verkrustete Strukturen und Vereinsmeierei erwartet würden. Deswegen hält es Wortmann für wichtig, dass Vereine sich dem stellen und mehr niedrigschwellige und breitere Angebote machen. Denn auch ein Trend sei es, die Sportart alle drei bis vier Jahre zu wechseln. „Man bleibt nicht mehr unbedingt bei einer Sportart.“

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