Landwirte arbeiten in Kooperation mit Landwirtschaftskammer und Wasserwerken zusammen
Für Wasserschutz Sorge tragen

Dülmen. Gut gewachsen ist der Mais in diesem Jahr. Und dass dabei der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gering gehalten werden kann, präsentierte jetzt Bernhard Wiesmann, Wasserkooperationsberater der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Coesfeld/Recklinghausen, auf dem Versuchsfeld in Merfeld. Mittels des Einsatzes von Striegel und Rollhacke habe der Unkrautbewuchs bekämpft werden können.

Samstag, 01.08.2020, 07:00 Uhr
Landwirte arbeiten in Kooperation mit Landwirtschaftskammer und Wasserwerken zusammen: Für Wasserschutz Sorge tragen
Mit dem Striegel lässt sich Unkraut auf dem Feld mechanisch bekämpfen. Langjährige Partner der Wasserkooperation aus Landwirtschaftskammer und Landwirtschaft gaben am Versuchsfeld Merfeld einen Einblick in den gelebten Wasserschutz: (v.l.) Martin Bontrup (stv. Vorsitzender Landwirtschaftlicher Kreisverband Coesfeld), Marianne Lammers (Geschäftsführerin Kreisstelle Coesfeld der Landwirtschaftskammer NRW), Anton Holz (Vorsitzender der Kooperation Landwirtschaft und Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet der Stevertalsperre), Pflanzenbauberater Bastian Lenert, Georg Schulte-Althoff (Vorstandsmitglied der Kooperation), Bernhard Wiesmann und Hermann Ahaus (beide Wasserkooperationsberater), Michael Uckelmann (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld) und Wasserkooperationsberater Tobias Schulze Bisping. Foto: Manuela Reher

Seit der Gründung der Kooperation Landwirtschaft-Wasserwirtschaft im Stevereinzugsgebiet im Jahr 1989 sei der wasserschonende Einsatz von chemischem Pflanzenschutz das bestimmende Thema der Steverkooperation.

Etwa eine Million Menschen im Münsterland und im Ruhrgebiet beziehen ihr Trinkwasser aus dem Stevereinzugsgebiet, so auch die Wasserversorger des Kreises Coesfeld: die Stadtwerke Coesfeld, Dülmen, Nottuln und die Gelsenwasser AG. Gleichzeitig handele es sich bei diesem Gebiet auch um eine viehstarke Region, in der moderne Landwirtschaft betrieben werde, wie Marianne Lammers, Geschäftsführerin der Kreisstelle Coesfeld/Recklinghausen der Landwirtschaftskammer NRW, mitteilte.

Martin Bontrup, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld und langjähriges Kooperationsmitglied, betonte, dass Landwirtschaft und Wasserschutz „sehr gut“ miteinander funktionieren würden und ergänzte: „Die Trinkwasserqualität in der Region ist gut.“ Zuerst hätten die Nitratwerte im Kooperationsgebiet bei nur 17 Milligramm pro Liter gelegen - mit fallender Tendenz. Inzwischen betrage der Wert 14 mg/l. Damit liege man weit unter dem erlaubten Wert von 50 mg/l. Seit mehr als 30 Jahren würden Landwirte, Landwirtschaftskammer und Wasserwerke gemeinsam auf freiwilliger Basis im Rahmen der Kooperation für einen nachhaltigen Gewässerschutz sorgen.

Mehr als 60 Prozent der Kooperationsfläche würden die Landwirte freiwillig nach wesentlich höheren Standards bewirtschaften, als gesetzliche Regelungen vorgeben würden. Dazu zählen zum Beispiel ein geringerer Stickstoffeinsatz, Gewässerschutzstreifen und besondere Anbau- und Pflegemaßnahmen. Unerwünschte Stoffe sollen nicht ins Gewässer gelangen, machte Wasserkooperationsberater Tobias Schulze Bisping deutlich. Daher gebe es ein Frühwarnsystem. Mit Messstellen und Wasserproben werde vorbeugender Gewässerschutz betrieben. Auch Uferrandstreifen würden dabei eine wichtige Rolle spielen, wie Marianne Lammers verdeutlichte. Der Kreis Coesfeld habe Uferrandstreifen mit einer Gesamtlänge von 560 Kilometern und sei damit V rreiter.

Durch genaue Nährstoffanalysen der Böden und Düngemittel, immer modernere und exaktere Verfahrenstechniken und auch durch das vielfältige Engagement innerhalb der Wasserkooperation würden die Landwirte Sorge für eine gute Wasserqualität tragen, versicherte Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld.

Als Vorsitzender der Wasserkooperation freut sich Anton Holz, dass der kooperative Gedanke in der Landwirtschaft hohe Akzeptanz habe. „Denn bei allem gilt der Grundsatz der Freiwilligkeit, indem der Kooperation Vorrang vor Ordnungsrecht eingeräumt wird“, so Holz.

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