Kommunen und Kreis sollen mit Westfleisch Vereinbarung treffen
Unterkünfte mit Zertifikat

Kreis Coesfeld. Der Kreis und die Städte und Gemeinden sollen bei der Unterbringung von Westfleisch-Mitarbeitern künftig ein besonderes Auge werfen können. Die betroffenen Städte und Gemeinden sollen die von der Firma Westfleisch angemieteten Unterkünfte als geeignet zertifizieren. Zudem sollen die Kommunen das Unternehmen bei der Integration der Mitarbeiter unterstützen. Der Kreis Coesfeld ist dabei vermittelnd aktiv. Für diese neuen Regelungen stimmte der Kreisausschuss in seiner Sitzung gestern einhellig.

Donnerstag, 03.09.2020, 07:00 Uhr
Kommunen und Kreis sollen mit Westfleisch Vereinbarung treffen: Unterkünfte mit Zertifikat
Bei den letzten Kontrollen gab es laut Kreis keine größeren Auffälligkeiten mehr bei Westfleisch. Das Unternehmen selber testet laufend Mitarbeiter auf Corona. Fast alle Tests sind negativ. Foto: Archiv

Nach dem Corona-Ausbruch in der Großschlachterei in Coesfeld im Mai hatte Westfleisch entschieden, alle Mitarbeiter von Fremdfirmen selber einzustellen und dafür zu sorgen, dass ausländischen Arbeitnehmern angemessener Wohnraum zur Verfügung steht.

Dazu habe Westfleisch selber den Wunsch geäußert, dass die Städte und Gemeinden die Firma bei der Integration unterstützen, heißt es vom Kreis. Die genauen Modalitäten müssen nun noch erarbeitet werden.

Nach den Corona-Vorfällen kontrollieren die Behörden – Arbeitsschutz, Kreis, Gesundheitsamt, Städte und Gemeinden – nach wie vor regelmäßig, berichtete Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr im Kreisausschuss. „Zu größeren Auffälligkeiten ist es nicht mehr gekommen.“ Das Unternehmen habe ein starkes Interesse daran, nicht mehr negativ aufzufallen. Laut Krisenstab des Kreises testet Westfleisch täglich 500 bis 550 Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass kein Infizierter das Werksgelände betritt. „Wir bekommen täglich Ergebnisse“, so Krisenstabsleiter Ulrich Helmich. Fast alle seien negativ – also kaum Corona-Ansteckungen. Insgesamt sind laut Kreis seit der Wiedereröffnung von Westfleisch fünf Urlaubsrückkehrer und neue Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden.

„Bei der Unterbringung versucht Westfleisch, dass Mitarbeiter, die zusammen arbeiten, möglichst auch zusammen wohnen“, so Schulze Pellengahr. Dies sei ebenfalls ein Beitrag, um im Falle eines Falles eine Ausbreitung schneller stoppen zu können. Bei unangekündigten Kontrollen von Kreis und Stadt Coesfeld seien kleinere Verstöße gegen das Hygienekonzept festgestellt worden.

Auch die Luftreinigung war Thema; dazu laufen weitere Absprachen zwischen Westfleisch und der Bezirksregierung. Das Amt für Arbeitsschutz der Bezirksregierung ist laut Kreis zweimal in der Woche vor Ort; und es finden regelmäßig weitere Treffen mit dem Konzern statt. Ab Mitte September beabsichtigt Westfleisch die tägliche Schlachtzahlen wieder auf etwa 9000 Schweine anzuheben, von jrund 7800.

CDU-Fraktionschef Klaus-Viktor Kleerbaum (Dülmen) betonte, dass im Vergleich mit den Vorfällen bei Tönnies die Situation im Kreis Coesfeld „super beherrscht wurde“. Noch einmal sprach er dem Kreis für seinen Einsatz Dank aus.

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