Vor dem CDU-Bundesparteitag: Austausch mit Kreis-Mitgliedern zur Vorsitzendenfrage
Laschet? Merz? Röttgen?

Von Viola ter Horst

Kreis Coesfeld.  Laschet? Merz? Röttgen? Vor dem CDU-Bundesparteitag am 15. und 16. Januar, bei dem die Frage des neuen CDU-Bundesvorsitzenden geklärt werden soll, gibt es einen Austausch auf Kreisebene. Die hiesige CDU ist mit sechs Delegierten beim Bundesparteitag dabei, der als digitale Veranstaltung geplant ist. Jetzt am Wochenende sollen sie sich in einer Konferenz mit interessierten Kreis-CDU-Mitgliedern über die Kandidatenfrage austauschen. Das erklärte Kreis-CDU-Vorsitzender Marc Henrichmann gestern im Pressegespräch auf die Frage zum Prozedere vor Ort. „Wie die Basis tickt, ist wichtig“, sagt der Havixbecker. „Jeder Delegierte sollte das Meinungsbild berücksichtigen und sich Gedanken machen, wen er für den Besten hält.“

Donnerstag, 07.01.2021, 07:00 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 12:36 Uhr

Er sei gespannt, wie sich die drei Kandidaten Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet beim Parteitag präsentieren – digital, ohne real anwesendes Publikum. Seinen Favoriten will Henrichmann nicht verraten. „Ich habe eine Tendenz. Aber alle drei Kandidaten haben ihre Vorzüge in bestimmten Bereichen“, meint er. Der neue Vorsitzende sollte einen klaren Kurs fahren und die Partei zusammenhalten. „Der für einen Aufbruch in eine neue, stärkere Mitte steht und der unser Land wieder zusammenführen kann.“

Ob der Vorsitzende dann Kanzlerkandidat wird, sei eine andere Frage. Denkbar hält Henrichmann auch andere Szenarien, auch wenn der Vorsitzende ein erstes Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur habe. „Wir haben ja noch etwas Zeit, was die Kanzlerfrage angeht.“

Ein Blick zurück: Beim CDU-Bundesparteitag im Dezember 2018, als Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn angetreten waren, lag nach einer Umfrage unter den CDU-Mitgliedern im Kreis Coesfeld Merz vorne. Allerdings hatte nur ein geringer Anteil an Mitgliedern überhaupt an der Umfrage teilgenommen. So eine Umfrage soll es jetzt nicht geben – dafür aber den Austausch mit den sechs Delegierten. Henrichmann sagt, er habe alle knapp 3000 CDU-Mitglieder im Kreis Coesfeld angeschrieben. Er verweist darauf, dass inzwischen eine andere Situation sei, wenn auch mit Merz erneut ein Kandidat von 2018 dabei ist. Damals machte Kramp-Karrenbauer das Rennen vor Merz – sie punktete in der Stichwahl mit einer emotionalen Rede. „Das zeigt, dass die Tagesform eines Kandidaten entscheidend sein kann“, sagt Henrichmann.

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