Vor dem Parteitag: CDU-Delegierte diskutierten mit Mitgliedern über den neuen Vorsitzenden
Kein einheitlicher Tenor zu den drei Kandidaten

Kreis Coesfeld. Am Freitag und Samstag (15. und 16. Januar) entscheidet die Bundes-CDU über ihren Vorsitzenden. „Eine Weichenstellung, wohin unsere Partei geht“, erwartet der Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Marc Henrichmann. Um vor dieser zentralen Entscheidung ein Stimmungsbild der CDU-Basis einzufangen, diskutierten die sechs Delegierten aus dem Kreis Coesfeld am Samstag per Video-Chat mit den Mitgliedern.

Dienstag, 12.01.2021, 05:00 Uhr

Armin Laschet, Friedrich Merz oder doch Norbert Röttgen? „Wir haben drei exzellente Kandidaten von Format. Darum beneiden uns andere Parteien“, meinte Henrichmann. Das aber erleichtert die Wahl für die Delegierten nicht unbedingt. Eine Fülle von Briefen und Mails haben die sechs Delegierten der Kreis-CDU bekommen, die am kommenden Wochenende die Wahl des neuen Vorsitzenden mitbestimmen: Lena Steinkamp aus Lüdinghausen-Seppenrade, Evelyn Korth aus Coesfeld, der frühere Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling aus Nottuln, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr aus Nottuln-Darup, der Landtagsabgeordnete Dietmar Panske aus Ascheberg und Marc Henrichmann aus Havixbeck. Ein einheitlicher Tenor habe sich daraus nicht ergeben, wie die CDU mitteilt. Und auch in der Videorunde hätten alle drei Kandidaten ihre Fürsprecher erhalten.

Die CDU als Volkspartei, die die politische Mitte von sich überzeugt, rückte Henrichmann in den Vordergrund. Er wünschte sich Geschlossenheit. „Wer die Flügel unserer Partei am ehesten zusammenführen kann, ist mein Kandidat“, stellte der Kreisvorsitzende klar. In NRW habe die CDU ihr Profil als Partei der inneren Sicherheit geschärft, erklärte Dietmar Panske. Sein Favorit solle diese und weitere Kernkompetenzen der Partei nach vorne rücken und sich hier deutlich positionieren. „Alle müssen sich nach der Wahl des Vorsitzenden in den Dienst der CDU stellen“, unterstrich er. Dies habe er bei der letzten Wahl vor zwei Jahren vermisst.

Einige Mitglieder wünschten sich einen Vorsitzenden mit wirtschaftspolitischer Kompetenz, die gerade bei der Bewältigung der Corona-Krise gefragt sei. Andere sahen im Klimawandel die entscheidende Herausforderung. Und nicht zuletzt wurde immer wieder die gute Arbeit der NRW-Landesregierung gelobt. Karl Schiewerling blickte zudem über den 16. Januar hinaus. „Wir können die Frage des Vorsitzes nicht von der Frage der Kanzlerschaft trennen“, meinte er. Wichtig sei daher auch, welcher Kandidat am besten den Bürgern zu vermitteln sei. Fest stand nach anderthalb intensiven Stunden, dass das Rennen um den CDU-Vorsitz weiter offen ist. Deutlich wurde aber auch, „dass die CDU im Kreis Coesfeld den neuen Vorsitzenden unterstützen wird - egal wie er heißt“, so die CDU.

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