B67n nimmt Form an / IHK-Vizepräsident erinnert an Unternehmensinitiative
Lückenschluss naht – nach 52 Jahren

Kreis Coesfeld. IHK-Vizepräsident Heinrich-Georg Krumme kann sich noch gut erinnern: An all die Aktionen, an die ganzen „Lückenlos-gut“-Schilder, die die Unternehmerinitiative damals aufstellte. Eine Initiative, die sich für den Lückenschluss der B67n zwischen Reken und Dülmen einsetzten, dafür, dass die Verkehrsanbindung im Westmünsterland deutlich verbessert wird.

Donnerstag, 25.02.2021, 09:00 Uhr
B67n nimmt Form an / IHK-Vizepräsident erinnert an Unternehmensinitiative: Lückenschluss naht – nach 52 Jahren
Freuen sich über den nahen Lückenschluss – nach über 50 Jahren: v.l. IHK-Vizepräsident Heinrich-Georg Krumme, Manfred Ransmann (Leiter Regionalniederlassung Münsterland Straßen.NRW), Joachim Brendel (IHK). Sie stehen auf der fertiggestellten Brücke auf der B474. Links die Erdarbeiten für die neue Trasse zur Anschlussstelle Dülmen Nord der A43. Fotos: vth Foto: az

52 Jahre ist es her, als der Ausbau der B67 in das Bundesfernstraßenausbauprogramm genommen wurde. „Der Weg war lang“, sagt Krumme, der mehr als ein Jahrzehnt an der Spitze der Initiative pro 67n stand, gestern im Pressegespräch. Aber etliche Minister, Gespräche und „Lückenlos-gut“-Schilder später ist die Straße nun auf der Zielgeraden.

Nach dem ersten Spatenstich zwischen Dülmen und Coesfeld 2018 geht es zügig voran mit der aktuell größten Straßenbaustelle im Westmünsterland. Das neue Brückenwerk auf der B474 zwischen Coesfeld und Dülmen ist fertig, die Ampel ist verschwunden, man kann über die Rampe fahren. Von dort graben sich die Bauarbeiten nun rund acht Kilometer Richtung A43-Anschlussstelle Dülmen Nord. „Da wollen wir Ende 2022 fertig sein“, sagt Manfred Ransmann, Leiter der Regionalniederlassung Münsterland von Straßen.NRW. Riesige Erdmassen werden abgetragen. Gegenüber sind die Bauarbeiter dabei, die Trasse Richtung Ortsteil Merfeld anzulegen. Am Rand eines Wäldchens wurden Bäume für die Trasse abgeholzt.

Wenn alles glatt läuft, soll die komplette Straße in rund vier Jahren fertig sein. Damit wäre das westliche Münsterland lückenlos an die A43, A31 und A1 und an das Oberzentrum Münster angebunden. Das bedeutet: Eine schnellere Verbindung und eine Entzerrung des Verkehrs. Durch den jetzt anstehenden Ausbau von der neuen Rampe B474 zur Autobahnauffahrt Dülmen Nord gehen die Planer davon aus, dass die Staus auf der B474 zur Autobahn Dülmen der Vergangenheit angehören. Und der Verkehr mit den vielen Lkw durch Merfeld reduziert sich voraussichtlich erheblich, weil die B67 um den Ort geführt wird – dies steht im letzten Bauabschnitt an. „Jeder einzelne Abschnitt kann für den Verkehr freigegeben werden und schafft einen Schritt weiter“, sagt Ransmann.

Knapp 81 Millionen Euro investiert der Bund in die 15,6 Kilometer lange Strecke mit 22 Brücken.

Eine Unbekannte spielt bei der Zeitplanung hinein – die archäologischen Untersuchungen. „Bislang ist nichts von Bedeutung gefunden worden“, sagt Ransmann. Kleinere Verzögerungen habe es zu Beginn gegeben. Aber das sei ein Klacks nach all den Jahrzehnten, meint Krumme, der allen Mitwirkenden an der Initiative auch einmal Danke sagen will. „Insbesondere den anliegenden Landwirten, die ein fairer Partner waren.“

Die Unternehmensinitiative sei damals etwas wirklich Besonderes gewesen, erinnert sich Ransmann, der das Projekt schon viele Jahre begleitet. Als IHK-Vizepräsident für den Kreis Coesfeld hatte Krumme mit seinem Amtskollegen aus dem Kreis Borken 2004 eine der bundesweit ersten Unternehmer-Initiativen für ein Verkehrsprojekt aus der Taufe gehoben. „Wir waren nicht gegen etwas, sondern dafür“, sagt Krumme.

Gegener der neuen Straße habe es zwar gegeben, so Ransmann. „Klagen aber nicht.“ Ein weiterer Grund, warum es nach über 50 Jahren nun flott läuft.

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