Termine für Ü-80-Senioren stimmten nicht
Vor verschlossenen Türen beim Impfen

Kreis Coesfeld. Hin zum Impfzentrum und wieder zurück nach Hause, weil die Türen verschlossen waren. Martin Stricker ist ehrenamtlicher Shuttle-Fahrer bei der DJK Eintracht Coesfeld, der über 80-Jährige zum Impfen nach Dülmen bringt. Doch dann das: Nicht immer stimmen die Angaben für die Impftermine – für die die Senioren oder ihre Angehörigen bereits viel Zeit, Ausdauer und Nerven in Kauf nahmen. Am 1. April stand um 6.30 Uhr ein Impftermin für eine Seniorin aus Coesfeld an, schildert Martin Stricker einen Fall. „Nach Fahrtbeginn um 5.45 Uhr wurde ich beim Eintreffen von einem Sicherheitsangestellten darauf hingewiesen, dass die Pforten des Impfzentrums erst gegen 8 Uhr geöffnet werden.“ So sei es wieder zurück nach Coesfeld gegangen, um dann später erneut nach Dülmen zu reisen.

Mittwoch, 07.04.2021, 06:00 Uhr
Termine für Ü-80-Senioren stimmten nicht: Vor verschlossenen Türen beim Impfen
Termin für 6.30 Uhr bekommen – aber das Impfzentrum war noch gar nicht geöffnet. So passierte es nun Senioren über 80. Die Terminänderung hatte ihnen keiner weitergegeben. Foto: Archiv/vth

Kein Einzelfall in den letzten Tagen – mehrfach seien Senioren darauf hingewiesen worden, dass ihr Termin erst frühestens zwei Stunden später stattfinde. Offenbar seien die aktuellen Öffnungszeiten durch die Kassenärztliche Vereinigung nicht angepasst worden, meint Shuttle-Fahrer Martin Stricker.

Der Kreis Coesfeld bestätigt auf Nachfrage, dass es Fälle gegeben habe. „Der Hintergrund war ein zusätzliches Kontingent an Impfstoff – und das hatte zeitliche Verschiebungen zur Folge“, erläutert Hartmut Levermann von der Pressestelle. Leider seien die Informationen in einigen Fällen nicht an die zu Impfenden weitergereicht worden. „Das ist dumm gelaufen und sollte natürlich nicht vorkommen.“

Martin Stricker findet es besonders ärgerlich, weil über 80-Jährige betroffen sind, die oft mit erheblichen Mobilitätseinschränkungen zu kämpfen haben. „Es wäre zu wünschen, dass die Verantwortlichen bei ihrer Arbeit größere Sorgfaltspflichten in Betracht ziehen, um derartige absolut vermeidbare Unzulänglichkeiten abzustellen“, sagt er.

Weitere Pannen erlebten Bürger, die sich über Ostern für die Sonder-Impfungen für über 60-Jährige mit dem Impfstoff von AstraZeneca über das Portal der kassenärztlichen Vereinigung anmelden wollten. Auf der Facebookseite unserer Zeitung ärgerten sich erneut Impf-Interessierte, dass es bei den Ü-60-Termine ruckelig lief. Vor allem haperte es diesmal an der Bestätigungsmail, die bei einigen E-Mail-Servern nicht oder nur sehr viel später zurückkam. „Dieser Umstand entzog sich unserer Einflussnahme und war auch nicht vorhersehbar“, so der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dr. Dirk Spelmeyer. „Wir stehen jedoch in engem Austausch mit den Anbietern, um das Problem zu lösen.“

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