Derzeit noch keinen Anspruch auf eine Impfung:
Kontaktpersonen von Schwangeren brauchen Geduld

Kreis Coesfeld. Kontaktpersonen von Schwangeren stehen mit Blick auf eine Impfung im Kreis Coesfeld noch in der Warteschleife. Gemeldet hatte sich ein Betroffener, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, weil er im Impfzentrum des Kreises Coesfeld keinen Termin bekommt. Dabei habe ihm nach eigener Auskunft selbst das Gesundheitsministerium NRW per Mail mitgeteilt, dass er vor Ort einen Termin vereinbaren solle.

Dienstag, 20.04.2021, 12:12 Uhr

Der Mann hatte dabei auch das Argument ins Feld geführt, dass es im Impfzentrum immer wieder freie Termine gebe. „Ich fühle mich als Kontaktperson einer Schwangeren jetzt schon mehrfach nach hinten geschoben“, moniert der Mann aus dem Kreis Coesfeld, dass zunächst Lehrkräfte und dann sogar über 60-Jährige vorgezogen wurden.

Nach Mitteilung des NRW-Gesundheitsministeriums handelt es sich bei der bevorzugten Impfung dieser Personengruppe jedoch um eine „Kann-Regelung“. Will heißen: Wenn genügend Impfstoff und Termine zur Verfügung stehen, können Kommunen Kontaktpersonen von Schwangeren bereits impfen. Ein Rechtsanspruch besteht jedoch nicht.

„Der Betroffene wird sich wohl noch ein wenig in Geduld üben müssen“, bedauert Hartmut Levermann. „Sofern Termine frei werden, werden diese an die nächsten Personen innerhalb der jeweiligen Priorisierungsgruppe vergeben“, erklärt der Pressesprecher des Kreises Coesfeld. Denn der Impfstoff sei „punktgenau abgezählt“. Wann Kontaktpersonen von Schwangeren offiziell in eine Priorisierungsgruppe rutschen, darüber habe der Kreis noch keine Mitteilung erhalten. Zurzeit erhalten neben Bürgerinnen und Bürgern, die mindestens 74 Jahre alt sind oder gewisse Vorerkrankungen haben, unter anderem auch Angehörige von Pflegepersonen über 70 Jahren einen Impftermin. Dies ist in § 3 der Corona-Impfverordnung geregelt.

Dass er zurzeit keinen Rechtsanspruch habe, sei ihm klar, erklärt der Betroffene und hinterfragt die Priorisierung, die die Politik festlegt, insgesamt kritisch: „Moralisch und epidemiologisch bezweifle ich das allerdings stark, dass Lehrerinnen vor zum Beispiel chronisch Kranken geimpft werden sollten.

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