EUTB bietet Beratungsgespräche über die Plattform Zoom an
Online passende Hilfen ausloten

Kreis Coesfeld. Dass Dirk Nattefort seinen Klienten am liebsten von Angesicht zu Angesicht ein Gespräch anbieten würde – daraus macht der Berater der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabe-Beratung (EUTB) keinen Hehl. „Wir haben aber jetzt zumindest die Möglichkeit, die Ratsuchenden online über Zoom zu beraten“, sagt der Sozialarbeiter und weist auch noch mal auf die Option hin, einen Termin per App zu vereinbaren.

Mittwoch, 21.04.2021, 07:00 Uhr
EUTB bietet Beratungsgespräche über die Plattform Zoom an: Online passende Hilfen ausloten
Dirk Nattefort von der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabe-Beratung (EUTB) nimmt Termine für eine Videoberatung auch über die neue Teilhabe-App entgegen, die sowohl für Android als auch für iOS erhältlich ist. Foto: fs/Archiv

Ein Netzwerk haben Nattefort und seine Kollegin Evrim Tuna in der Vergangenheit bereits aufgebaut und nun auch mit der Finanzierung für weitere zwei Jahre die Bestätigung für ihre Arbeit bekommen. „Wir wollen mehr als ein Projekt sein“, hofft Nattefort darauf, in Zukunft als richtige Institution durchstarten zu können. Das besondere Merkmal der EUTB ist das sogenannte Peer Counseling – Ratsuchende bekommen also Hilfe auf Augenhöhe von Menschen, die sich schon einmal in gleicher oder ähnlicher Situation befunden haben. „Das soll Hemmschwellen abbauen“, erklärt Nattefort. Erst neulich habe sich eine Mutter eines erwachsenen Sohnes mit Behinderung gemeldet und bekundet, dass sie gerne ehrenamtlich als Beraterin für Eltern mit behinderten Kindern tätig werden würde.

Aufgabe der EUTB, die in Trägerschaft der LAG-Selbsthilfe NRW steht, ist es dann, die Betroffenen durch das oftmals undurchsichtige Geflecht von Hilfen zu lotsen, die im Einzelfall beantragt werden können. Ausdrücklich angesprochen seien aber nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch von Behinderung bedrohte Menschen. „Dies kann der Fall sein, wenn man bei einer Krebserkrankung nicht weiß, ob man weiter in seinem Job arbeiten kann“, nennt Nattefort ein Beispiel. Ihm ist bewusst, dass sich im ländlichen Bereich viele nicht trauten, eine solche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dass Corona die EUTB zwingt, das Beratungsangebot ins Internet zu verlagern, sei dabei auch nicht unbedingt förderlich – gerade, wenn es um den Erstkontakt geht. Dennoch hoffen Nattefort und Tuna darauf, dass die Menschen durch die Pandemie schon so an Videokonferenzen in vielen Bereichen des Lebens gewöhnt sind, dass sie sich auch vor einer Beratung in so sensiblen Fragen nicht scheuen, zumal dies völlig risikofrei möglich ist.

Dass viele Betroffene zurzeit dennoch gewisse Anträge auf Hilfen oder Ausweise in die Zeit stellen, könne Nattefort nachvollziehen. Er glaubt jedoch, dass Langzeitfolgen von Corona die EUTB in Zukunft noch beschäftigen werden. „Depressionen durch Corona sind bei uns bislang noch nicht ans Licht getreten“, berichtet Nattefort. Reha-Leistungen mit Blick auf Long-Covid-Erkrankungen seien in anderen Kommunen hingegen bereits Thema. | Weitere Infos gibt es unter www.teilhabeberatung.de

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