Kein Weihnachtsmarkt
Absage empört Schausteller

ASCHEBERG -

38 Jahre haben die Dörrbeckers dem Weihnachtsmarkt in Münster die Treue gehalten, in diesem Jahr hat die Stadt Münster den Aschebergern den Stuhl vor die Tür gesetzt, klagt Stephanie Dörrbecker.

Freitag, 18.07.2014, 16:26 Uhr

Als der Brief der Stadt Münster ins Haus flatterte waren Stephanie Dörrbecker ihre Eltern Maritta und Helmut sowie Lebensgefährte Thomas Philip entsetzt. Nach 38 Jahren kam für die Ascheberger das Aus für den Weihnachtsmarkt der Westfalenmetropole. Eine Absage. Was bleibt ist die Frage nach dem Warum. „Eine Erklärung dafür gibt es nicht, das Schreiben enthält keine Begründung“, sagt Stephanie Dörrbecker. Die Gefühle schwanken zwischen Entsetzen, Wut und Angst. „Da hängen Existenzen dran uns wurde sozusagen der Boden unter den Füßen weggerissen“, bringen es Stephanie Dörrbecker und Schaustellerkollege Edi Zahn, der den Aschebergern von der Jakobi-Kirmes bestens bekannt ist, auf den Punkt.

Seit 38 Jahren halten Steffis Eltern dem Weihnachtsmarkt mit typischen Weihnachtsartikeln in Münsters Rathausinnenhof die Treue. Mehr noch: sie waren es sogar, die diesen Weihnachtsmarkt seinerzeit mit aufgebaut haben. Tochter Steffi und Lebensgefährte Thomas Philip haben im vergangenen Jahr ein eigenes Lebkuchen-Geschäft komplett nach den Anforderungen der Stadt Münster gebaut und erhielten ebenso eine Absage. „Nun stehen wir da, haben viel Geld in den Sand gesetzt und das Nachsehen, denn für dieses Jahr noch einen anderen Weihnachtsmarkt zu bekommen, das ist unmöglich“, erklärt Thomas Philip. Für sie und ihre Kollegen bedeutet diese Absage: Kein Einkommen in den Wintermonaten. „Und das ist richtig hart, denn unsere Kosten laufen weiter, sagt Cornelia Höhle, die mit ihrem Mann Franz seit 33 Jahren den Münsteraner Weihnachtsmarkt hält.

Was alle nicht verstehen sind die Kriterien nach denen es zur Absage gekommen ist. „Dieses sogenannte Punktesystem nach dem die Stadt Münster vorgeht, wirft viele Fragen auf“, fasst es Stephanie Dörrbecker zusammen. Denn dem liegen Kriterien wie Zuverlässigkeit und Attraktivität des Geschäftes zu Grunde. „Aber wenn man 38 Jahre eine Veranstaltung hält, ist man dann etwa nicht zuverlässig?“, fragen sich nicht nur die Dörrbeckers. Gemeinsam mit den Kollegen, die ebenfalls betroffen sind, sind sie bei der Stadt Münster vorstellig geworden. Was bleibt ist der Weg der Klage.

„Wir wollen es zwar eigentlich nicht, aber die Stadt zwingt einen ja dazu“, erklärt Franz Höhle. Aber selbst wenn sie Erfolg haben, bekommen sie dieses Jahr zu Weihnachten keinen Platz. Aber wenigstens die Frage nach dem Warum, die würde durch die Klage geklärt.

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