Sogar die Kirchenglocken läuten
Fußballfans feiern (wie) die Weltmeister

Ascheberg -

Ihrer Freude über den WM-Titel der Nationalelf ließen die Fußballfans am Sonntag freien Lauf. Die Partys gingen friedlich über die Bühne.

Montag, 14.07.2014, 16:33 Uhr

Raketen am Nachthimmel und Autokorsos auf den Straßen. Deutschland im Fußball-Himmel – das galt auch für Ascheberg. Als die Verlängerung des Finales abgepfiffen wurde, startete der Freudentaumel der Fans. Nicht nur Bollerschüsse und Hupkonzerte waren zu hören. Auch von ganz oben kamen akustische Botschaften der Freude – denn sogar die Glocken von St. Lambertus kündeten vom Sieg der Nationalmannschaft. Pfarrer Carsten W. Franken hatte die Schalter manuell betätigt. „Es ist ja auch ein toller Anlass“, hieß es dazu im Pfarrbüro.

Enthusiasmus ohne Ende – und mit Happy End. Dieses Fazit zieht jedenfalls die Polizei für Ascheberg. Die Beamten haben dort keine Probleme registriert. Es habe „überhaupt keine Auffälligkeiten“ gegeben, resümiert Polizeisprecher Martin Pollmann auf Anfrage der WN.

Dass sich mancher Frühschichtler um die Nachtruhe gebracht fühlte, erhält angesichts der kollektive Begeisterung kaum Gewicht. Zu den Spots, an denen gemeinschaftlich mit Schweinsteiger, Müller und Co. gehofft und gebangt wurde, zählte das Bistro Spökenkieker. Dort hatten die „Hofnarren“-Kegler und Wirt Rudi Faber kurzfristig ein Rudelgucken auf die Beine gestellt. Damit wollten die Ascheberger an die spontane WM-Feier anknüpfen, die vor 24 Jahren im Ortskern über die Bühne gegangen war. „Es war damals eine wahnsinnige Stimmung und das könnte sich wiederholen“, diese Hoffnung von Hofnarr Herbert Kröger erfüllte sich am Sonntag an einem leicht veränderten Standort.

Gemeinschaftliches Mitfiebern mit den weltmeisterlichen Löw-Kickern wurde auch in Davensberg geboten, wo die Jünger von König Fußball bei Clemens-August das spannende Spektakel auf zwei Leinwänden verfolgten. „Was für ein Spiel – die Nerven lagen blank, und die Spannung war riesig“, berichtet eine Zuschauerin. Als dann nach Verlängerung samt zwei Minuten Nachspielzeit endlich der erlösende Schlusspfiff ertönte, „war bei den Davensberger Gästen kein Halten mehr“, so die Eindrücke aus dem Hotel-Restaurant.

EINE FRAGE:

Angesichts des Turnier-Triumphs der deutschen Elf hätten sich viele Fußballfans ein großes public Viewing gewünscht. Ist dieses Thema in Ascheberg nach dem Titelerfolg wieder in der Diskussion?

Melanie Wiebusch, Geschäftsführerin Ascheberg Marketing: Dieser Wunsch ist bisher nicht an uns herangetragen worden. Intern haben wir überlegt, public Viewing auch in Ascheberg anzubieten. Dazu muss man aber sagen: Es ist einfach sehr teuer. Die Fußball-Euphorie nach dem WM-Erfolg ist zwar jetzt deutlich zu spüren, aber ich kann noch nichts über künftige Events in den kommenden Jahren sagen. An diese Entscheidung werden wir in Ruhe herangehen. Wenn man dieses Thema weiterverfolgen will, dann müsste dies in Absprache beziehungsweise Kooperation mit der örtlichen Gastronomie geschehen.

Es gab überhaupt keine Probleme mit Fans in Ascheberg.

Polizeisprecher Martin Pollmann
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