Aschebergerin in Rio
Ein mulmiges Gefühl beim großen WM-Finale

Ascheberg -

Am Tag als Deutschland Weltmeister wurde, war Sandra Lüningmeyer aus Ascheberg beim Fan-Fest der FIFA in Rio de Janeiro unterwegs - mit einem mulmigen Gefühl wegen der großen Rivalität zwischen Brasilien und Argentinien.

Dienstag, 15.07.2014, 20:00 Uhr

„ Brasilien hat abgestimmt. In der Finalnacht wird der Christus in Deutschland-Farben angestrahlt“, berichtete Sandra Lüningmeyer vor dem WM-Finale aus Rio de Janeiro. Die Aschebergerin, die dreieinhalb Wochen in Brasilien bleiben wird, hat neben „Hausmeister Krause“ viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern getroffen. Zum Finale seien auch sehr viele Argentinier angereist. Ihre Fangesänge seien als Provokation gegen die Brasilianer gerichtet gewesen. Übersetzt heiße die erste Strophe des meistgesungenen Liedes: „Brasilien, wie fühlt es sich an, wenn dein Vater nach Hause kommt.“ Es sei darum geraten worden, große, ungesicherte Aufläufe zu meiden.

So war die Aschebergerin vor dem Finale unsicher, wo sie es sehen sollte. Die Entscheidung fiel für das FIFA Fun Fest – keine gute Wahl, wie die Förderschullehrerin schreibt: „In den vergangenen Tagen habe ich hier in Rio einige Fußballfans kennengelernt und wir haben uns dann für das Fun Fest verabredet. Die perfekte Mischung Argentinier, eine Brasilianerin und ich. Schon in der ersten Halbzeit gab es starke Unruhen, insbesondere direkt vor dem FIFA Gelände, auf der Straße und am Strand. Gegenstände flogen, Schlägereien entstanden. Insbesondere gab es die Ausschreitungen zwischen Brasilianern und Argentiniern. Zwar hatten die Brasilianer die Deutschen unterstützt, im Grunde war aber die Nationalität austauschbar. Hauptsache kein Sieg für Argentinien. Wir hatten uns – Gott sei Dank – schon rechtzeitig in Sicherheit begeben und sind für das restliche Spiel zum Schweizer Fanbereich gefahren, da der direkt am See lag und von dort Christus direkt einsehbar ist. Der Anblick der Nationalfarben nach dem Spiel war großartig!“ Die Aschebergerin schreibt weiter: „Die Brasilianer haben die deutsche Mannschaft mit Fangesängen unterstützt, aber insbesondere Gesänge gegen Argentiniern vorgetragen. Sie haben sich grundsätzlich gegenseitig provoziert. Es wurde mitgefiebert und mitgejubelt, als wäre es das brasilianische Team. Es war insgesamt eine aufgeheizte Stimmung, an vielen Orten aber auch ausgelassen.“ Am Tag nach dem Finale habe man fast ausschließlich Personen mit deutscher Kleidung und Souvenirs gesehen. In der Regel aber Brasilianer. Es würden also gerade die bejubelt, die dafür gesorgt haben, dass die Argentinier nicht Weltmeister werden.

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