Münsterlandschule Tilbeck
Einblicke in die Arbeitswelt

Havixbeck -

Ein halbes Jahr lang waren die Schülerinnen und Schüler der Münsterlandschule Tilbeck immer wieder in heimische Betriebe gegangen, um in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Jetzt präsentierten sie, was sie dabei gelernt hatten.

Mittwoch, 02.07.2014, 20:00 Uhr

Ein ungewöhnliches Bild eröffnete sich in diesen Tagen den Besuchern des großen Festsaals im Stift Tilbeck. Hier, wo ansonsten Chöre, Orchester oder plattdeutsche Theatergruppen spielen, hatten diesmal die Schülerinnen und Schüler der Münsterlandschule im wahrsten Sinne des Worte ihre „Zelte aufgeschlagen“. Die ungewöhnliche Schau, für die teilweise Pavillonzelte aufgestellt worden waren, war der Abschluss eines halbjährigen Praktikums, das die Kinder und Jugendlichen in diversen Handwerksbetrieben des Münsterlandes absolviert hatten.

Damit kein Missverständnis entsteht: Die Schülerinnen und Schüler – allesamt zwischen 13 und 16 Jahren jung – hatten nicht etwa ein halbes Jahr lang die Schulbank gegen eine Werkstatt oder einen Laden getauscht. Vielmehr war es immer nur ein Wochentag in diesem Zeitraum, an dem sie sich mit den Aufgaben des Berufsalltags beschäftigt und auseinandergesetzt hatten. „Danach, zurück im Unterricht“, so die beiden Klassenlehrer Merle Baumann und Johannes Buß , „bestand die Aufgabe der Schüler darin, neu Erlerntes in den Unterrichtsstoff zu integrieren.“

Wie gut ihnen das gelungen ist, davon konnten sich die Besucher überzeugen. Dass dabei das Zelt der Konditoren ständig umlagert war, lag wohl mehr an den appetitlichen Auslagen als an der handwerklichen Fertigung. Aber auch die Gärtnertische mit ihren würzigen Küchenkräutern oder das Modeatelier mit den verlockenden Kleiderentwürfen stießen – zumindest bei den Mädchen – auf große Aufmerksamkeit. Die jungen Herren lobten mehr die technischen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Lötarbeiten im Innern von Flachbildschirmen oder Reparaturen von Rasenmähermotoren.

Umso erstaunlicher: Nicht eins der Kinder hatte während des Praktikums die wahre Liebe zu diesem oder jenem Beruf entdeckt. „Es sollte ja auch keine Art Berufsbörse sein“, erinnerte Ulrich Breitling-van de Pol vom Team der Schulleitung. „Vielmehr ein Hineinschnuppern, ein Herantasten an die Arbeitswelt .“ Er dankte dabei nicht nur den Verantwortlichen der Handwerkskammer Münster , Jan-Hendrik Schade, und der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, Josef Fels, für ihre Unterstützung, sondern auch zahlreichen Betrieben im Umland. Von den Polsterwerkstätten Ahlers in Nottuln, den Raumausstattern Hegemann (Senden) bis zu dem Maßatelier Beate Heinz (Lüdinghausen), um nur einige zu nennen.

„Wir haben in den Betrieben tolle Erfahrungen gemacht“, bestätigten die Schülerinnen und Schüler. „Aber so platt wie nach diesen Tagen, waren wir nach der Schule noch nie.“

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