Barbara aus Bösensell will nach dem Abi ein Jahr nach Uganda
Ein Jahr Afrika vor dem Studienstart

Waisenkinder im fernen Afrika betreuen statt sich an der Uni einschreiben – die 17-jährige Barbara Loy will vor ihrem Studienstart für ein Jahr nach Uganda gehen und dort in einem Hilfsprojekt mitarbeiten.

Donnerstag, 03.07.2014, 17:00 Uhr

Für Barbara ist das genau das Richtige: „Es war mir wichtig, im Freiwilligen Sozialen Jahr etwas mit und für Menschen zu machen.“ Soziales Engagement ist kein Fremdwort für die 17-Jährige aus Senden, die auch Messdienerleiterin ist. Bei ihrem Auslandsjahr geht es um mehr als bloß darum, im Ausland zu sein: „Dann hätte ich auch Work and Travel machen können“, erklärt sie, „aber ich brauche Menschen um mich rum, mit denen ich zusammen etwas mache.“

Was immer ihre genauen Aufgaben sein werden, Barbaras Vorfreude steigt schon. „Sie ist aber zweigeteilt“, räumt die junge Frau ein, „denn ich sehe ja auch das, was mir dort fehlen wird, vor allem Familie und Freunde.“ Trotzdem dominierten positive Gefühle: „Ich habe mir das ja selbst ausgesucht, weil ich es gern machen möchte, und ich freue mich auf diese neue Herausforderung.“ Außerdem werde man „viel um die Ohren haben und viel Neues erleben.“

Darauf vorbereitet fühlt sich Barbara schon heute: „Die Vorbereitung durch das Bistum war total klasse“, schildert sie, „ich fühle mich da sehr gut aufgehoben.“ Auf viele Aspekte, besonders auf die kulturellen „Fettnäpfchen, in die man als Ausländer tritt“, sei sie dort erst gekommen, heißt es in dem Bericht des Bistums Münster.

Von den 27 Freiwilligen, die ebenfalls in ein Projekt nach Afrika oder Lateinamerika gehen, könne sie mit jedem reden: „Man merkt bei allen die soziale Komponente.“

Sie ist dankbar, dass das Bistum ihr das Auslandsjahr ermöglicht: „Andere Organisationen wollten mich nicht, weil ich erst im Oktober 18 werde“, erklärt die junge Frau, die ihr Abitur im Zuge von G8 schon mit 17 Jahren abgelegt hat. Da wundert es nicht, dass sie das vor ihr liegende Jahr auch zur Orientierung nutzen will. „Ich möchte auf jeden Fall studieren, vielleicht Germanistik und Theologie auf Lehramt, aber das ändert sich zurzeit ständig“, beschreibt Barbara, „deshalb hoffe ich, dass ich etwas Abstand gewinne und mir über meinen Berufsweg klarer werde.“

Natürlich ist Abstand nicht das einzige, was die Bösensellerin in Uganda finden möchte. Sie ist vor allem gespannt auf die „Energie, die die Leute dort haben, ihre Lebensfreude. In Deutschland ist alles so strukturiert, ich stelle mir vor, dass es dort offener und unbeschwerter zugeht.“

Dass sie das erleben darf, darüber freuen sich auch ihre Eltern. „Mein Bruder war zwar ebenfalls schon im Ausland, aber ich bin ein Mädchen und auch noch das Nesthäkchen, da haben sie sich schon erst Gedanken gemacht“, erzählt Barbara, „mittlerweile freuen sie sich aber total mit mir, genau wie meine Freunde.“

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