Forum der Generationen:
„Älterwerden als Chance sehen“

Lüdinghausen -

Dr. Henning Scherf war am Mittwoch Ehrengast des „Forums der Generationen“, zu dem der Seniorenbeirat der Stadt Lüdinghausen eingeladen hatte. Er betrachtet das Älterwerden der Generationen als Chance für die Gesellschaft und nicht als Ballast.

Donnerstag, 03.07.2014, 14:18 Uhr

„Der demografische Wandel ist keine Katastrophe. Es ist ein Glück für uns alle, so alt zu werden.“ Dr. Henning Scherf , ehemaliger Bürgermeister Bremens und laut „Spiegel“ Gründer der prominentesten Wohngemeinschaft Deutschlands , widersprach der häufig vertretenen Vision der künftigen Gesellschaft gerne. Auch Bürgermeister Richard Borgmann und Prof. Dr. Norbert Lütke Entrup, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Lüdinghausen , mussten sich gefallen lassen, dass Scherf sie zu Beginn des „Forums der Generationen“ korrigierte. Die Gastgeber, aber auch die zahlreichen Zuhörer wurden dazu aufgefordert, das Älterwerden der Menschen als Chance zu betrachten und nicht als Belastung der Gesellschaft.

„Hochkarätig besetzt“, so Bürgermeister Richard Borgmann, war die Veranstaltung im Kapitelsaal. Zu den Referenten zählte nicht nur der Bremer Ex-Bürgermeister. Während er zunächst das Generalthema „Demografischer Wandel“ beleuchtete, ging es anschließend um eher lokale Themen wie die Auswirkungen des Krankenhausplans NRW auf die Region sowie die medizinischen Notfalldienste aus Sicht der Apotheker und Ärzteschaft.

Scherf, der eine ganze Reihe von Büchern zum Thema „Alter“ verfasst hatte, gab der Lüdinghauser Politik, aber auch der Gesellschaft, eine Reihe von Tipps auf den Weg in die Zukunft. So forderte er dazu auf, „alles zu versuchen, um im Alter nicht alleine zu sein“. Auch dem Seniorenbeirat riet er, „nicht unter sich zu bleiben, sondern Orte zu finden, an denen wir mit anderen Generationen etwas zusammen machen können“. In seinen ohne Manuskript gehaltenen Vortrag ließ er viele persönliche Erfahrungen einfließen, zum Beispiel: „Früher habe ich Essen auf Rädern sehr gut gefunden, heute finde ich es besser, das Essen selber zu machen.“ Der Politik riet er, nicht Heime zur Unterbringung der alten Menschen zu fordern, sondern gute Ambulanzen und Hospizarbeit zu organisieren.

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