Heimatverein Ermen sucht Helfer, die altes Handwerkerhaus retten helfen
Ein steinerner Zeitzeuge

Lüdinghausen -

Auf den ersten Blick ist mit dem Häuschen am Rand der Selmer Straße in Ermen kein großer Staat mehr zu machen. Seit Jahrzehnten unbewohnt scheint es sich geradezu vor dem vorbeifahrenden Betrachter verstecken zu wollen. Und jetzt auch noch das: Beim Sturm am Pfingstmontag krachte ein mächtiger Ast ins Dach und zerstörte eine Giebelseite fast komplett.

Dienstag, 08.07.2014, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 08.07.2014, 07:00 Uhr

„Es muss dringend etwas getan werden“, sind sich Dr. Dietrich Maschmeyer von der Interessengemeinschaft Bauernhaus und Johannes Busch von historischen Hof Grube in Tetekum sicher. Sie nahmen das aus den 1870er Jahren stammende Häuschen am Samstag gemeinsam mit Heinrich Wannigmann , dem Vorsitzenden des Heimatvereins Ermen, sowie dem Eigentümer Theo Schnieder unter die Lupe.

Schnieder ist in dem Haus aufgewachsen. Sein Vater hat es 1937 von dem damaligen Besitzer, einem Schuster namens Hermann Knepper, gekauft. Seit 1962, damals wurde nebenan neu gebaut, steht das Fachwerkhaus leer. Für den 83-Jährigen steht fest: „Wenn es keine Verwendung für das Haus gibt, kommt es weg.“ Eine Reparatur und Instandsetzung sei für ihn – auch finanziell – zu aufwendig.

Einen Abriss würden Manfred Neuhaus und Heinrich Wannigmann vom Heimatverein Ermen bedauern. Sie sprechen sich ausdrücklich für den Erhalt aus. Aber, so Wannigmann, die Heimatfreunde allein könnten ein solches Projekt nicht stemmen. Schließlich sei es eine der vordringlichsten Aufgaben, das Haus zunächst wieder wetterfest zu machen. „Dafür können wir jede starke Hand gebrauchen“, sagte der Vorsitzende.

Ob der Heimatverein Ermen sich in dieser Sache überhaupt engagieren soll, sei im Verein durchaus noch umstritten, gab der Vorsitzende zu. Zudem auch noch nicht geklärt ist, wie das Haus einmal genutzt werden könnte. Denn davor müsste erst einmal gründlich entrümpelt werden. Zumindest auf die beratende Hilfe von Dietrich Maschmeyer und Johannes Busch können sich die Heimatfreunde verlassen. „Das Haus ist ein Dokument für die Lebensverhältnisse jener Zeit, die sich die Leute heute nicht mehr vorstellen können“, sagte Johannes Busch.

Ironie der Geschichte: Das heute unter der Adresse Ermen 45 firmierende Gebäude hatte ehedem die Hausnummer 1. Die sei, so vermuten Heinrich Wannigmann und Manfred Neuhaus vom Heimatverein Ermen, nachdem die alte Ermener Burg Alrodt um 1876 abgebrannt war, frei geworden. Und so kam die bescheidene Behausung eines einfachen Schuhmachers an die Hausnummer eines alten Adelssitzes. Dazu sagt Johannes Busch mit einem Schmunzeln: „Nicht jeder hat auf einer Burg gewohnt.“

► Wer mithelfen will, das alte Handwerkerhaus in Ermen zu erhalten, kann sich bei Heinrich Wannigmann melden ( ✆ 0 25 91/21 55 4).

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