Großer Renntag am 13. September in Westrup
Rasen statt mähen

Lüdinghausen -

Rasenmäherrennen haben ihre eigenen Gesetze. Mal davon abgesehen, dass es auf der Strecke dreckiger und spektakulärer zugeht als bei vielen anderen Motorsportveranstaltungen, gibt es eine Besonderheit: Rennsport zum Anfassen. Einmal im Jahr gibt es Krach auf einer Erntefläche in der Steverstadt. Im Spätsommer treffen sich Renntrecker-Fahrer zu einem Lauf zur Deutschen Meisterschaft. Der motorsportliche Wettkampf ist so, wie guter Rock‘n‘Roll: laut und dreckig. In diesem Jahr findet das Rasenmäherrennen am 13. September (Sonntag) in der Bauerschaft Westrup, Nähe der B 58, statt, wieder organisiert vom Rasenmäher-Racing Lüdinghausen e.V.

Samstag, 12.07.2014, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 12.07.2014, 20:00 Uhr

Im Rahmenprogramm wird es dieses Mal Show-Rennen mit Mofas geben, die Kleinsten können sich beim Trampeltreckerrennen messen. Ab 13 Uhr beginnen die ersten Rennen, nachdem am Vormittag bereits das freie Training und das Qualifying stattfinden, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter. Die familiäre Atmosphäre ist vielen in der Szene wichtig.

Vor dem Rennen geht es noch ganz gepflegt zu. Am Vormittag schlendern die ersten Gäste gemütlich auf das Gelände. Gespräche und ein leises Warmlaufen der Motoren sind entlang der Strecke zu hören, Kinder lachen. Direkt neben dem Zuschauerbereich befindet sich der Zugang zum Fahrerlager. Der Bereich ist nicht wie in anderen Motorsportarten ein hermetisch abgeriegeltes Areal, sondern für jeden Besucher frei zugänglich.

Während die Boxen anderer Rennstrecken High-Tech-Werkstätten sind, bestehen sie bei den Rasenmäher-Piloten aus Pavillons, Zelten, Anhängern oder Transportern.

Konkurrenz gibt es nur auf der Strecke. Wer ein technisches Problem hat, bekommt Hilfe von anderen, was für alle Teilnehmer selbstverständlich scheint. Da man sich in ganz Deutschland immer wieder trifft, sind viele Freundschaften entstanden. Man mailt, telefoniert an den rennfreien Tagen, egal wie weit entfernt der andere wohnt, so die Mitteilung weiter.

Wenn es dann auf der Strecke losgeht sind die Zuschauer ganz nah dran. Bei Rasenmäherrennen haben sie das Renngeschehen jederzeit im Blick. Bei MotoGP , Formel 1 oder DTM starrt man häufig nur auf eine Leinwand. Dann schießen die Renner kurz mal an einem vorbei, das war´s. Beim Rasenmäher-Rennen sei das Erlebnis direkter. Das Renngeschehen sieht man alles live und hautnah. Und: der Eintritt ist frei.

Wer einen guten Platz an der Strecke ergattert, ist nur wenige Meter entfernt von der Piste. Der Rennleiter überwacht die Position der Trecker, die bereits durch einen Streckenposten richtig vorsortiert auf die Piste geschickt wurden, dann gibt er ein Zeichen und die Fahrer starren nach vorn auf den Startmarschall mit der Startflagge. Adrenalin schießt ins Blut, volle Konzentration. Wird die Fahne erhoben, geben alle Starter bereits Gas, halten aber die Bremse, da fast ausschließlich Fliehkraftkupplungen verwendet werden. Jetzt wird die Fahne geschwungen: Start frei!

Die Fahrer lassen die Bremse los und die Kupplung sorgt für Vortrieb, ihre Trecker schießen los, rund ein Dutzend V2-Motoren in der offenen Klasse brüllen um die Wette und ziehen die Start-Ziel-Gerade herunter zur ersten Kurve, wo sich das Feld sortieren muss und die ersten spektakulären Überholmanöver erfolgen.

15 Minuten müssen pro Lauf auf dem Rundkurs gefahren werden. Im wilden Drift geht es durch die Kurven, Fahrzeugkontakt ist dabei manchmal nicht zu vermeiden. Dennoch gibt es klare Regeln. Durch die Kurven geht es oft Trecker an Trecker. Wenn da jemand plötzlich die Geschwindigkeit verringert, ist eine Kollision meist nicht mehr zu vermeiden . . .

Mehr Informationen für Besucher zum Rennen und dem Verein unter: www.rasenmaeher-racing-team.de.

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