100 junge Musiker geben Abschlusskonzert:
Gegenseitige Bereicherung

Lüdinghausen/Olfen -

Rund 100 junge Musiker des Jugendsinfonieorchesters des Musikschulkreises Lüdinghausen und des Salem-Festival-Chorus (USA) gaben am Wochenende zwei berauschende Abschlusskonzerte. Mit den Auftritten endete auch der zweiwöchige Besuch des Chores in Lüdinghausen.

Sonntag, 20.07.2014, 20:00 Uhr

Der – zumindest einigermaßen – kühle Kirchenraum von St. Vitus in Olfen erwies sich angesichts der heißen und schwülen Witterung am vergangenen Samstagabend als guter Veranstaltungsraum für das erste von insgesamt zwei Abschlusskonzerten der gemeinsamen Musikfreizeit des Jugendsinfonieorchesters des Musikschulkreises Lüdinghausen und des Salem-Festival-Chorus ( USA ). Die zweite Auflage fand am Sonntagnachmittag in der Aula des Canisianums in Lüdinghausen statt.

Knapp zwei Wochen lang hat der musikalische Schüleraustausch zwischen dem Chor aus den USA und dem Jugendorchester dann gedauert. Nach einer intensiven Probenzeit und einem nicht minder anspruchsvollen Rahmenprogramm beispielsweise mit Fahrten nach Münster oder Berlin (WN berichtete) wollten die Ensembles nun natürlich auch zeigen, was sie in musikalischer Hinsicht in dieser Zeit „auf die Beine gestellt“ hatten.

Ein Blick ins Programmheft zeigt: Allein der Umfang ist beeindruckend. Nicht nur die Anzahl der Stücke, sondern auch die große Bandbreite der musikalischen Stilrichtungen weckt eine gewisse Vorfreude und zwar – um es vorwegzunehmen – nicht vergebens. Insgesamt gut 100 junge Leute, Sänger und Musiker, zeigen ein abwechslungsreiches und überzeugendes Programm.

Der erste Teil setzte seinen Schwerpunkt eher im Bereich der klassischen Musik mit Vivaldi, Schubert oder Mendelssohn-Bartholdy wobei die akkurate und konzentrierte Aufführung des Jugendsinfonieorchesters begeisterte. Auch das beeindruckende Violinsolo von Friederike Lütkenhöner in einer „Romance“ von Camille Saint-Saëns zeugte vom hohen musikalischen Niveau der Aufführung.

Der Salem Festival Chorus legt sich ebenfalls „ins Zeug“ und liefert gleich zwei Stücke in deutscher Sprache ab: Schuberts Lied von der Forelle und „Wie der Hirsch schreit“ – auch für deutsche Zungen nicht unbedingt einfach auszusprechen, geschweige denn akzentuiert zu singen – aus dem Psalm 92 von Mendelssohn-Bartholdy. Die Gäste aus den USA meistern diese Herausforderung allerdings hervorragend.

Der zweite Teil des Konzertes war dann der moderneren Musikliteratur gewidmet und mit Stücken von Dave Brubeck, Billy Joel oder Paul Simon „prominent“ besetzt. Filmmusik aus „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ sowie Stücke aus den Musicals „Wicked“ und „ Les Misérables “ rundeten das Programm ab. Vor allem in „Bridge over troubled water“ und im Musicalstück „For good“ aus „Wicked“ kamen die schönen Stimmen des amerikanischen Chores gut zur Geltung. Der Abschluss mit dem Medley aus „Les Misérables“ von Claude-Michel Schönberg war entsprechend fulminant, denn hier konnten alle Beteiligten noch einmal richtig loslegen.

Ein richtig schönes Konzert war es. Was Richard Butler, Leiter des Salem Festival Chorus, gemeinsam mit Dr. Hans Wolfgang Schneider, Leiter des Jugendsinfonieorchesters, mit diesem Projekt geschaffen haben, geht weit über die rein musikalische und unbestritten hohe Qualität des Abschlusskonzertes hinaus: Ein echter „Musikaustausch“ in dem beide Klangkörper ein klares Profil zeigten und das jeweils andere Ensemble darum bereichern konnten. Die Präzision des Jugendsinfonieorchesters und die schönen Stimmen – mit sichtlicher Freude am Singen – des Salem Festival Chorus ergänzten sich wunderbar und lassen so auf eine Fortsetzung dieses offensichtlich sehr fruchtbaren Austausches hoffen.

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