Eselsdistel im Naturgarten:
Nicht einfach rausreißen

Lüdinghausen -

Die einen betrachten sie als Unkraut, bei der Familie Neubert ist sie eine Rarität: Über zwei Meter hoch ist die Eselsdistel im Naturgarten an der Münsterstraße.

Dienstag, 22.07.2014, 12:00 Uhr

Vermutlich viele Hobbygärtner hätten das zunächst unscheinbare Gewächs als Unkraut angesehen und dementsprechend behandelt. Doch nicht jeder geht den herkömmlichen Weg und rodet alles, was nicht eigenhändig beim Blumenhändler des Vertrauens erstanden wurde. Marianne und Werner Neubert beispielsweise haben einen Wildgarten.

„Bei uns bekommt erstmal jede Pflanze die Chance, zu zeigen, was sie ist“, erklärt Marianne Neubert das Prinzip. Eindrucksvollstes Ergebnis dieses Modells ist eine gut zweieinhalb Meter große Eselsdistel . Das imposante Korbblütlergewächs ist mit einer starken Pfahlwurzel im Boden verankert und trotzte so jeglichen Unwettern der letzten Monate. Die großen Blüten sind beliebter Anlaufpunkt für Bienen und Hummeln und bringen so Leben in den Garten der Neuberts. Als zweijährige Pflanze hat die Distel allerdings mehr als die Hälfte ihres Daseins schon hinter sich.

Die Eselsdistel ist seit dem 13. Jahrhundert Wappenpflanze Schottlands. Barfüßige Wikinger wollten eine Siedlung überfallen, hatten aber nicht mit dem stacheligen Zeitgenossen gerechnet. Durch ihre Schmerzensschreie wurde der Angriff entdeckt und abgewehrt. Ein klares Indiz dafür, dass Marianne und Werner Neubert mit ihrer Wertschätzung für die Eselsdistel nicht allein dastehen.

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