Mehr Komfort zahlt sich aus
Fahrgastzahlen boomen: 4700 Reisende nutzen werktags die Westmünsterlandbahn

Lüdinghausen -

Um das Anderthalbfache stieg die Zahl der Bahn-Benutzer auf der heimsichen Bahnstrecke. Die Westmünsterlandbahn boomt. Spätestens seit der Einführung neuer Triebwagen und mit dem Ausbau verschiedener Bahnhöfe stieg das Interesse an der Bahn wieder.

Sonntag, 13.10.2013, 16:08 Uhr

Von einem Boom will Michael Geuckler, Geschäftsführer des Zweckverbandes Schienen-Personen-Nahverkehrs Münsterland , nicht sprechen. Aber die Entwicklung, die die heimische Bahnstrecke in den vergangenen Jahren genommen hat, ist schon enorm. Die durchschnittlichen Fahrgastzahlen auf der Westmünsterlandbahn stiegt von 1900 im Jahre 1996 auf 4700 im Jahre 2010. Ein Plus von 146 Prozent in 14 Jahren ist sicherlich nicht schlecht.

Auch wenn zwischen den beiden Jahren, in denen die Fahrgäste ermittelt wurden, nur 14 Jahre liegen. „Gefühlt“ handelt es sich dabei um eine halbe Ewigkeit: 1996 wurde nicht nur über die Anhebung des Bahnsteigs diskutiert. Damals gab es auch noch eine „Betriebsruhe“ auf der Westmünsterlandbahn von Samstagnachmittag bis Sonntagabend. Alles Themen, die es nicht gerade verlockend machten, mit der Bahn zu fahren – von den unkomfortablen Zügen mal ganz abgesehen.

Einen Aufschwung erlebte die Strecke spätestens mit der Privatisierung und der Einführung eines Stundentakts. Von 1900 Fahrgästen (ermittelt an einem beliebigen Wochentag) kletterte die Zahlen im Vergleich von 1996 zu 2002 auf 3100 pro Tag. Geuckler führt den Zuwachs auf mehr Komfort, moderne Triebwagen, verlässliche Taktzeiten und viele kleinere Aspekte zurück. „Die Kunden wissen: Die Bahn ist keine Eintagsfliege“, versichert der Fachmann für den Personennahverkehr auf der Schiene.

Das habe sich bis zu dem im Jahre 2010 ermittelten Ergebnis gefestigt: 4700 Fahrgäste wurden vor drei Jahren wochentags in den Zügen registriert. Dass aus unterschiedlichen Anlässen der Fahrgastandrang auch mal explodieren kann (bei Heimspielen der Borussen, bei schönem Radfahrwetter oder in der Vorweihnachtszeit), will Geuckler nicht abstreiten, aber grundsätzlich hält er das Verkehrsangebot für ausreichend. In der Region gibt es auch keine ernsthaften Forderungen nach zusätzlichen Verbindungen oder einem größeren Angebot.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1970589?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F947674%2F
Nachrichten-Ticker