Studenten haben Herrenhaus von Schloss Senden untersucht:
Viele Schäden – gute Grundsubstanz

Senden -

26 FH-Studenten haben das Herrenhaus des Schlosses vom Keller bis zum Spitzboden unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse ihrer Bestandsaufnahme stellten sie im Rathaus öffentlich vor.

Donnerstag, 10.07.2014, 20:24 Uhr

Weit über 100 Einzelschäden haben die 26 FH-Studenten bei ihrer Untersuchung des Herrenhauses von Schloss Senden entdeckt und dokumentiert. Am Donnerstagnachmittag präsentierten sie im Rathaus vor rund 80 Interessierten ihre detaillierten Ergebnisse für jeden einzelnen Raum des Gebäudetraktes.

Trotz der Vielzahl der Schäden sei der Grundzustand des Herrenhauses „überraschend gut“, resümierte Prof. Dr. Wilhelm Fix . „Die Substanz, die wir gesichtet haben, macht Mut weiterzumachen“, sagte er. Doch müsse sich irgendwann jemand „vor den Karren spannen“, um den Verfall des Gebäudes zu verhindern. Wie viele Millionen eine Grundsanierung kosten würde – dazu wolle sich der Dozent des Fachbereichs Bauwesen an der FH-Münster allerdings nicht äußern. „Dringenden Handlungsbedarf“, berichtet die Projektleiterin Andrea Huesmann im WN-Gespräch, gebe es zurzeit nur an einer Stelle im Herrenhaus: Ein maroder Stützbalken im Obergeschoss gefährde die Statik.

Rund eine Stunde lang zeichneten die Studenten in Zweiergruppen die entdeckten Schäden auf: Sowohl durch aufsteigendes Wasser aus der Gräfte als auch durch eindringenden Regen sind in den meisten Räumen Feuchtigkeitsschäden entstanden. „Wir haben aber verhältnismäßig wenig Nässe in den Fassadenflächen gefunden“, ergänzte Prof. Dr. Wilhelm Fix. Eine lange Liste ergeben die dokumentierten Risse, Absenkungen der Böden, Schäden im Putz der Wände und Decken. Ferner wurden an einzelnen Stellen Pilzbefall und Schäden durch Tiere (Vögel und Marder) sowie Vandalismus gefunden. Ferner machten die Studenten darauf aufmerksam, dass im Falle einer Sanierung des Gebäudes neben der Schadensbeseitigung auch umfangreiche Maßnahmen zur Wärmedämmung des Gebäudes anfallen. Vorrangig erscheint die Abdichtung des Daches und die Reparatur der mutwillig zerstörten Fenster. Auch der Keller müsste abgedichtet werden.

„Ein Vorschlag für die Sanierung ist aufwendig und war von den Studenten in einem Semester nicht zu stemmen“, entgegnete Andrea Huesmann auf Anfrage aus dem Auditorium. Nach Auskunft der Architektin waren die 26 Studenten von März bis Juni etwa 50 Stunden im Herrenhaus – leisteten allein dort rund 1300 Mannarbeitsstunden. Hinzu komme die umfangreiche Auswertung der Ergebnisse und die Vorbereitung der Präsentation. Gleichwohl sei es nicht möglich gewesen, alle Schäden zu erfassen: „Es kann niemandem zugemutet werden, sich in den Dreck zu stellen. Es muss entrümpelt werden.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2597504?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F947680%2F
Nachrichten-Ticker