Tony Mono in der Steverhalle
Power-Parodie und stilsicherer Spott

Senden -

Ein mehr als soldies Ego und viele Talente: Tony Mono versteht es, auf höchstem Niveau zu spotten. Durch den Kakao zieht er das Popbusiness, den meisten Charme entwickelt er auf der Bühne aber, wenn er auf das Publikum eingeht.

Freitag, 14.06.2013, 17:51 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 14.06.2013, 13:40 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 14.06.2013, 17:51 Uhr

Dass der Westfale an sich ein eher ruhiger und genügsamer Zeitgenosse ist, scheint auch in Recklinghausen bekannt zu sein. Nichtsdestotrotz ließ es sich Peter Saurbier alias Tony Mono am Donnerstagabend nicht nehmen, auf seiner „Worldtour“ in der Stevergemeinde vorbeizuschauen, um die Münsterländer aus der Reserve zu locken. Trotz leichter Verspätung (sein „Privatjet“ stand auf der A 43 leider im Stau) stimmte der „Sexiest Producer alive” (Mono über Mono) gleich zu Beginn des Abends auf eine erlebnisreiche und interaktive Show ein.

Denn Lokalkolorit und das Wechselspiel mit dem Publikum sorgten immer wieder für gekonnte Stand-Up-Comedy, die nicht nur die Einwohner des nahegelegenen Appelhülsen „klingt wie der Rest von Früchten” begeisterte. Vor allem Johanna, eine junge Aschebergerin aus dem Publikum, wurde zum Running Gag.

In seinem rund zweieinhalbstündigen Programm ließ der selbsternannte „Pimp des Pop” die Zwerchfelle der knapp 400 begeisterten Zuschauer stets vibrieren. Von Oasis über Heino , Udo Lindenberg bis hin zur neuen „Party-Queen” Lana del Ray parodierte der vielseitige Einslive-Star gemeinsam mit seiner kongenialen Assistentin Annemarie die Größen der deutschen wie internationalen Musikwelt.

Dabei gab er Einblick in die Namensfindung moderner Popstars, bei der offensichtlich Mütter, Haustiere und das erste liebste Kinderspielzeug eine große Rolle spielen. Dies verdeutlichte Mono, indem er den Zuschauern „Homie Thunderhold & the Caterpillars” präsentierte, den er aus dem Publikum fischte. Nicht zuletzt dieser spontane Auftritt des frisch entdeckten „Popsternchens“ aus der Stevergemeinde ließ die Zuhörer deutlich miteifern.

Mit dem Auftritt von „Nena”, die neben all ihrer Liebe auch ihr Urteil bei „The Boys of Germany” abgab, schien es auch den sonst so zurückhaltenden Westfalen in offene Begeisterung versetzen.

Mit seinem Cover-Song „Ich finde Senden schön”, hätte selbst Kraftklub wohl noch größere Erfolge feiern können, vor allem aber eroberte der charismatische Entertainer damit auch den letzten Zweifler und sorgte für eine ausgelassene Stimmung.

Ein Kompliment geht an dieser Stelle ans kommunale Kulturamt, das mit diesem Event den Veranstaltungskalender bereichert hat. Dass dieser in der Steverhalle auch ohne Mono gut bestückt ist, konnte der Comedian nicht wissen, der sich gekonnt über Senden und die münsterländische Provinz lustig gemacht hat.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1718144?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F947680%2F
Nachrichten-Ticker