Grundschulumbau: Kostenschätzung beläuft sich auf 17,5 Millionen Euro
CDU und FDP üben Kritik

Altenberge -

Einen ersten Entwurf der neuen gemeinsamen Grundschule legte nun das Architekturbüro Farwick+Grote vor. Rechts ist der Neubau an der ehemaligen Ludgerischule zu erkennen. Die Kosten belaufen sich nach derzeitigen Berechnungen auf etwa 17,5 Millionen Euro.

Dienstag, 04.05.2021, 18:56 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 19:00 Uhr
Der neue Schulhof der ehemaligen Ludgerischule soll künftig so aussehen. Die Außenanlagen sind allerdings noch nicht geplant.
Der neue Schulhof der ehemaligen Ludgerischule soll künftig so aussehen. Die Außenanlagen sind allerdings noch nicht geplant. Foto: Farwick+Grote Architekten

Geht es nach den Plänen des Architekten Heiner Farwick, könnten gegen Ende dieses Jahres die ersten Arbeiten für die Neugestaltung der Altenberger Grundschullandschaft beginnen – und zwar mit dem Teilabriss der ehemaligen Ludgeri-Hauptschule. Dort, wo sich früher unter anderem die Lehrerzimmer und die Verwaltung befanden, soll ein Neubau entstehen. Damit würde dann der Startschuss für das Großprojekt gegeben, das die Zusammenlegung von Borndal- und Johannes-Grundschule zum Ziel hat.

Verwunderung

Stefan Setzer, Projektleiter des Büros Farwick+Grote, stellte am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Nachhaltigkeit neue Details vor – und eine Kostenschätzung. Stand Montagabend geht das Architekturbüro von Kosten in Höhe von 17,5 Millionen Euro aus.

Das stieß bei CDU und FDP auf Verwunderung. Die letzte Schätzung belief sich auf etwa 15 Millionen Euro. „Jetzt sind es über 17 Millionen Euro und ein Ende ist nicht absehbar“, sagte Matthias Große Wiedemann (CDU). Zudem wollte er wissen, was „auf Dauer für die Gemeinde tragbar ist“. Und: „Wie soll das finanziert werden?“ Sein Fraktionskollege Christian Germing lobte den „sehr gelungenen Entwurf“. Dennoch wollte er wissen: „Wo sind Einsparungen möglich?“ Wim Heimbeck (FDP) wünschte sich eine „detailliertere Kalkulation“. Heimbeck: „Die Kosten sind uns sehr wichtig.“ Die Frage sei auch, ob alles Wünschenswerte auch benötigt werde, so Heimbeck.

Mehrkosten

„Die Mehrkosten kommen nicht aus dem Nichts“, so Ursula Kißling, Fraktionssprecherin der Grünen. „Wir sollten aufpassen, wenn wir etwas streichen. Das kommt uns später doppelt so teuer.“ Von einer Streichung wollte Wim Heimbeck nicht sprechen. Vielleicht sollte über eine Kostendeckelung nachgedackt werden, so der FDP-Politiker.

Thomas Mücke, Fachbereichsleiter Gebäudebewirtschaftung in der Gemeinde, gab die Erklärung für die Kostensteigerung von rund 2,5 Millionen Euro. Im Laufe der Beratungen seien Wünsche vonseiten der Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker hinzugekommen. Dazu gehörten unter anderem die dezentrale Lüftungsanlage, Räume für die Musikschule und die DLRG sowie eine Photovoltaikanlage und eine Dachbegrünung, so Mücke.

Wünsche

Architekt Heiner Farwick warnte davor, die Schule „drei Millionen Euro billiger zu machen“. Grundlage für den Umbau sei das zugrundeliegende Raumprogramm. Wenn Leistungen gestrichen oder der Baukörper reduziert werden sollten, „führt das später zum Drama“, so Heiner Farwick.

Unklar ist derzeit, ob es für bestimmte Bauvorhaben (beispielsweise Photovoltaik-Anlage und Dachbegrünung) öffentliche Zuschüsse gibt. „Das muss noch geklärt werden“, sagte Bürgermeister Karl Reinke, der zudem darauf verwies, dass mögliche Preissteigerungen sowie die Kosten für die Möblierung noch berücksichtigt werden müssten. Für letzteres müssten voraussichtlich „noch einmal eine Million Euro einkalkuliert werden“, so Reinke.

Raumprogramm

Die Entscheidung darüber, ob auf der Grundlage der am vergangenen Montag vorgestellten Pläne weiter gearbeitet werden soll, entscheidet sich voraussichtlich in der Juni-Hauptausschuss-Sitzung. Bis dahin soll die Gemeindeverwaltung unter anderem einen Finanzierungsplan vorlegen, so die weitere Vorgehensweise.

Auf der Homepage der Gemeinde werden die neuen Pläne zum Grundschulbau veröffentlicht: www.altenberge.de

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