Handys in der Schule
Weil aus Spaß schnell Ernst wird

Greven -

Wie stehen die Schulen zum Thema Handys? Einhellige Auskunft an allen befragten Schulen in Greven: Erwünscht sind die Geräte sie in der Schule nicht. Die Konsequent für Schüler: Handys sind während des Schultages auszuschalten.

Montag, 23.06.2014, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 23.06.2014, 21:00 Uhr

63 Millionen Bundesbürger haben ein Handy, 90 Prozent aller über 14- Jährigen verfügen über ein eigenes Mobiltelefon. Da stellt sich schnell die Frage: Wie gehen Schulen mit dem Thema Handys in der Schule und im Unterricht um?

Gerade Smartphones mit ihren Apps wie „WhatsApp“ und „Facebook“ haben es den Jugendlichen angetan. Manchmal sogar so sehr, dass sie nicht mal im Unterricht auf ihr Handy verzichten wollen. Seinen Freunden oder gar ganzen Freundesgruppen schnell und kostenlos Nachrichten, Bilder oder Sprachnotizen zu schicken – das ist offenbar sehr verlockend.

Wie stehen die Schulen zum Thema Handys? Einhellige Auskunft an allen befragten Schulen in Greven: Erwünscht sind die Geräte sie in der Schule nicht. Die Konsequent für Schüler: Handys sind während des Schultages auszuschalten, also während des Unterrichts und in den Pausen. „Wir haben uns für das Handyverbot entschieden, um die Schüler zu schützen, damit keine Bilder in unangenehmen Situationen ins Netz gelangen können. Außerdem möchten wir nicht, dass sich die Schüler separieren und in den Pausen eine normale Kommunikation stattfinden kann“, sagt beispielsweise Ingo Krimphoff, Leiter der Gesamtschule in Greven. Die Regelung werde sowohl von den Schülern als auch von den Eltern akzeptiert. Verstößt ein Schüler dann doch mal gegen das Handyverbot, werde ihm dieses abgenommen. Die Eltern können es dann in der Schule abholen oder ihren Kindern eine schriftliche Erlaubnis mitgeben, sich das Mobiltelefon abholen zu können. „Das Handy ist in der Schule überflüssig. Wenn die Kinder telefonieren möchten oder müssen, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen, haben wir in der Verwaltung ein Telefon stehen, dass sie immer benutzen können, um ihre Eltern zu erreichen“, erläutert Krimphoff. „Ich könnte mir aber schon vorstellen, irgendwann beispielsweise Tablets für Unterrichtszwecke zu nutzen, aber da muss man sehen, wie die technische Entwicklung vorangeht.“

Auch am Gymnasium Augustinianum besteht ein Handyverbot. Unterschiede werden hier nicht zwischen Ober- und Unterstufen gemacht, erklärt beispielsweise Gymnasiastin Sarah. Was sie von dem Verbot hält? „Ich habe da eine zweigeteilte Meinung. Zum einen hat die Schulleitung Recht, wenn sie aus Angst vor gewaltverherrlichenden oder pornografischen Material ein Verbot ausspricht, aber zum anderen wollen die meisten Schüler in den Pausen einfach nur mal eine SMS oder so verschicken.“

Einige Grevener besuchen auch die Private Höhere Handelsschule Middendorf in Rheine. Wie geht die Schule mit dem Thema um? „An manchen Schulen gibt es ein Mitbringverbot von Handys. Bei uns allerdings sind sie nur im Schulgebäude grundsätzlich auszuschalten. In den Pausen dürfen sie außerhalb des Gebäudes aber benutzt werden. Diese Regelung wird von den Schülern gut akzeptiert“, berichtet Markus Middendorf, Geschäftsführer.

Dürfen Schüler und Lehrer in sozialen Netzwerken wie Facebook „befreundet“ sein? Rein rechtlich gesehen spricht nichts dagegen. Bisher hat nur das Bundesland Rheinland-Pfalz ein offizielles Verbot ausgesprochen,

das den Austausch von schulischen Angelegenheiten zwischen Lehrern und Schülern auf Plattformen wie „Facebook“ unterbinden soll. Doch auch in NRW, wo es kein offizielles Verbot gibt, können Lehrer, die Schüler in ihrer Freundesliste haben, in eine missliche Situation geraten.

Sollte ein Schüler zum Beispiel trotz Handyverbotes während der Schulzeit etwas posten oder die Nachricht ins Netz stellen, dass er „blau macht“, stellt sich für die Pädagogen, die davon Wind bekommen, die Frage, wie mit diesem Schüler umzugehen ist. Für Ingo Krimphoff ist die Sache daher klar: „Soziale Netzwerke sind nicht dafür vorgesehen, dass Lehrer und Schüler dort kommunizieren. Wenn schulische Dinge geklärt werden müssen, kann auch eine E-Mail verschickt werden“, sagt der Gesamtschul-Leiter.

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