Fest der Kulturen im Kinderland Büren
Schmackhaftes aus aller Welt

Lotte-Büren -

Flaggen vieler Nationen schmückten jetzt Räume und selbst gebastelte Laternen im Kinderland Büren. Dort wurde ein fest der Kulturen gefeiert.

Sonntag, 10.11.2013, 19:00 Uhr

Das Fest der Kulturen im Kinderland Büren begann mit einem türkischen Tanz. Lächelnd bewegten sich die verkleideten Kinder. Silbern- und goldfarbene Münzen, Perlen und glänzende Paillette rasselten bei jeder quirligen Drehung der jungen Tänzer. Kindergartenleiterin Martina Kirstein freute sich über die vielen kleinen und großen Gäste, die zum gemeinsamen Feiern und Kennenlernen gekommen waren.

Flaggen vieler Nationen schmückten Räume und selbst gebastelte Laternen. Ein leckeres Buffet mit warmen und kalten Gerichten aus verschiedenen Ländern hatten die Eltern und Erzieherinnen vorbereitet. Das Motto des Festes und dem Tag der offenen Tür hieß „Die Welt in unseren Händen“.

Pickert? Das westfälische Kartoffelbrot kannte kaum jemand. Schmeckt aber köstlich mit Zuckerrübensirup. Pizzabrötchen und Süßes kamen aus der italienischen, Zigarrenröllchen aus der türkischen, Prjaniki (Biskuits mit Zuckerguss) und fantasievolle Apfeltaschen aus der russischen Küche. Fruchtiger Kinderpunsch löschte den Durst der Gäste.

Zöre Gevik hielt den Gästen ein Tablett mit Teigtaschen entgegen. „Börek heißen sie auf Türkisch“, erklärte sie. Ihr Opa war 1972 als willkommener Gastarbeiter nach Deutschland gekommen und hatte bei den ehemaligen Klöckner Werken in Georgsmarienhütte gearbeitet. Ihre beiden Söhne Halil (5) und Ali (2) gehen beide in den Bürener Kindergarten und gehören schon zur vierten Generation dieser Migrantenfamilie.

Ob sie auch dem – wieder zurückgenommenem – Vorschlag des Landessprechers der Linken in NRW, Rüdiger Sagel, zustimme, dass Sankt Martin als zentrale Figur des Festes aus den Kindergärten zu verbannen sei, wurde Zöre Gevik gefragt. Sie lachte: „Ich bin selber mit der Geschichte des Heiligen Martin groß geworden. Und das war eine schöne Zeit. Die Martinslieder tun doch keinem weh, und die Heiligengeschichte erzählt von einem Mann, der den Menschen heute noch ein Vorbild sein sollte, denn er teilte mit den Armen.“

Erzieherin Irene Kopriva ist Katholikin, ihr Mann Muslim. Ihre beiden Jungs sind sieben und drei Jahre alt. Sie sollen sich irgendwann selber ihre Glaubensrichtung aussuchen und vorher die Feste und Bräuche der Religionen kennenlernen, sagte sie. Dazu gehören auch Weihnachten und Ostern.

Sie findet, dass muslimische Kinder beim Singen christlicher Martinsliedern nicht benachteiligt werden. In der Schule und im Kindergarten könnten die Bräuche verschiedener Kulturen sehr gut miteinander kombiniert werden. Im Kinderland erhielten die muslimischen Kinder Speisen ohne Schweinefleisch, berichtete sie. Das sei doch überhaupt kein Problem.

In den Gruppenräumen bastelten die Kinder fantasievolle Rahmen für Fotos, die eine Fotografin von ihnen und ihren Familien geschossen hatte.

Wer wollte, konnte sich dafür in Kostüme aus verschiedenen Ländern kleiden. Eine lange Schlange bildete sich an der Schminkstelle. Die Eltern erkannten ihre Kinder kaum wieder, als sie den Raum als Löwe oder Schmetterling verließen. Ein leuchtender Laternenumzug durch die Dunkelheit beendete das Fest der Kulturen.

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