Gericht lässt Anklage fallen
Widersprüche in Angaben des Opfers

Osnabrück/Lotte -

Drei Männer aus Lotte, Bad Laer und Osnabrück sollen am 29. Oktober 2012 einen 52-jährigen Mann aus Osnabrück unter einem Vorwand in einen Keller gelockt und ihn dort mit Drohungen und Schlägen dazu genötigt haben, ihnen sein Bargeld auszuhändigen. Bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht im Amtsgericht Osnabrück klärten sich die Hintergründe.

Donnerstag, 28.11.2013, 17:39 Uhr

Drei Männer aus Lotte, Bad Laer und Osnabrück sollen am 29. Oktober 2012 einen 52-jährigen Mann aus Osnabrück unter einem Vorwand in einen Keller gelockt und ihn dort mit Drohungen und Schlägen dazu genötigt haben, ihnen sein Bargeld auszuhändigen. Anschließend seien sie laut Anklage mit ihm zu einer Sparkassen-Filiale gefahren, wo sie ihn gezwungen hätten, Geld für sie abzuheben. Insgesamt sollen die drei Angeklagten dabei eine Summe von knapp 900 Euro erbeutet haben.

Bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht im Amtsgericht Osnabrück klärten sich die Hintergründe. Der 52-jährige Heizungsbauer habe Installationsarbeiten in einer Immobilie des Beschuldigten aus Bad Laer ausführen sollen. Der 40-jährige Tischler habe ihm mehrere Vorschüsse in einer Gesamthöhe von 4000 Euro gezahlt, doch die vereinbarten Arbeiten wurden nicht bis zum Ende ausgeführt. Warmwasserspeicher und Therme wurden zwar geliefert, aber nicht mehr angeschlossen. Am Telefon ließ sich der Heizungsbauer verleugnen.

Das Zusammentreffen der beiden Handwerker im Keller eines 45-jährigen Kollegen aus Osnabrück habe nach Aussage der drei Beschuldigten eher zufällig stattgefunden, da dort über Handwerksarbeiten in einem Duschraum gesprochen werden sollte.

Gemäß der Anklage sollen die beiden 40- und 45-Jährigen gemeinsam mit einem 46-jährigen Aushilfshandwerker aus Lotte den Heizungsbauer dort enorm unter Druck gesetzt haben, das Geld für die nicht ausgeführten Arbeiten am Haus des 40-Jährigen zurückzuzahlen. Mit Schlägen in den Unterleib, Würgen und Todesdrohungen sei er angegangen worden, sagte der Heizungsbauer vor Gericht aus.

In seinen Aussagen verstrickte er sich jedoch mehr und mehr in Ungereimtheiten. Die Videoaufzeichnungen aus den beiden Sparkassen, die die vier Handwerker im Anschluss an die Auseinandersetzung im Keller aufsuchten, zeigten ihn ohne jegliche körperliche Beeinträchtigung. Dennoch seien die Verletzungen seiner Aussage nach so schwer gewesen, dass er vom Arzt sechs Wochen krank geschrieben worden sei. Ein entsprechendes Attest legte er dem Gericht allerdings nicht vor. Außerdem hatten ihn die drei entgegen seiner Aussage auch nicht festgehalten oder bedrängt, wie die Aufnahmen aus den Banken deutlich zeigten

. Auch zu Fragen danach, ob er seine Bankkarte mit entsprechender PIN an die drei Männer übergeben hatte, oder zur Frage nach der Dauer der Misshandlungen machte er widersprüchliche Aussagen. Das Schöffengericht rügte die drei Angeklagten wegen Nötigung und Diebstahl zwar, will diese Vorwürfe aber offenbar nicht weiterverfolgen. Die Anklage wegen gemeinschaftlichen Raubes und Gewaltausübung wurde fallen gelassen und das Verfahren eingestellt.

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