Mann aus Wersen angeklagt
Axt gegen Polizisten geschwungen   Foto: dpa

Lotte/Münster -

Eigentlich war es ein Routineeinsatz für die Polizisten, doch dann wurde es für die Beamten lebensbedrohlich: Ein Mann aus Wersen sollte festgenommen werden. Der ergriff völlig unvorhersehbar nach einer Axt und schlug damit in die Richtung der Polizisten. Jetzt muss sich der Mann dafür vor Gericht verantworten. Der Angeklagte streitet die Tat ab.

Montag, 18.11.2013, 17:56 Uhr

Die Vollstreckung eines Haftbefehls war eigentlich ein Routineeinsatz . Doch was sich am 13. Januar dieses Jahres daraus entwickelte, werden die Beamten wohl so schnell nicht vergessen: Als dem 47-Jährigen der Grund des Haftbefehls verkündet wurde, ergriff er völlig unvorhersehbar eine Axt und schlug damit in die Richtung eines Beamten.

Der konnte die Schlagbewegung abwehren und sich einige Meter in Sicherheit bringen. Dennoch ließ der 47-Jährige nicht von seinem Vorhaben ab und lief dem Beamten hinterher.

Erst später ließ sich der Mann widerstandslos festnehmen. Seit Montag steht der 47-Jährige aus Wersen vor dem Landgericht Münster . Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Gefährdung des Straßenverkehrs legt ihm die Anklage zur Last.

Im September dieses Jahres soll er im Zustand verminderter Steuerungsfähigkeit trotz Annäherns eines Pkw vom Rand der Wersener Straßen auf die Fahrbahn getreten sein. Der Fahrer konnte nur durch ein abruptes Ausweichmanöver einen Zusammenstoß vermeiden.

Der Angeklagte, der dem Prozess fernblieb und vorgeführt werden musste, ließ sich zum Prozessauftakt weder zu den Tatvorwürfen noch zu seiner Person ein: „Alles gelogen“, behauptete er. Er sei in seinem Leben noch nie gewalttätig geworden.

Die Zeugen belasteten den Mann jedoch erheblich: Er werde sie töten und fertigmachen; ihm sei alles egal, habe der 47-Jährige bei seiner Festnahme gesagt, berichteten die Polizeibeamten. Der Einsatz eines Reizstoffs habe keine Wirkung gezeigt. Mit der Axt sei er wieder auf ihn zugekommen. „Ich hätte beim nächsten Schlag schießen müssen“, berichtete ein 56-jähriger Beamte.

Auch das Ehepaar, das der Angeklagte durch das plötzliche Betreten der Straße stark gefährdet hatte, bestätigte, der Angeklagte habe beim Annähern ihres Autos absichtlich einen Ausfallschritt auf die Fahrbahn gemacht.

Für den Angeklagten steht jetzt seine Einweisung in ein Krankenhaus für Psychiatrie auf dem Spiel. Ein Gutachten soll jetzt die Schuldfähigkeit klären. Nach eigenen Angaben hält sich der 47-Jährige für kerngesund.

Der Prozess wird am 25. November fortgesetzt.

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