Prozess wegen Axt-Angriff auf Polizisten
Gutachter erkennen wahnhafte Störung

Lotte/Münster -

Ein 47-jährige Angeklagter aus Lotte-Wersen, der bei seiner Festnahme mit erhobener Axt auf zwei Polizeibeamte losging, ist möglicherweise schuldunfähig. Zwei Gutachter erklärten jetzt vor dem Landgericht, dass der Angeklagte an einer anhaltenden wahnhaften Störung leide.

Dienstag, 26.11.2013, 17:56 Uhr

Ein 47-jähriger Angeklagter aus Lotte-Wersen, der bei seiner Festnahme mit erhobener Axt auf zwei Polizeibeamte losging und in einem weiteren Fall unvermittelt auf die Straße trat und einen Autofahrer gefährdete, ist möglicherweise schuldunfähig. Zwei Sachverständige erklärten jetzt vor dem Landgericht, dass der Angeklagte an einer anhaltenden wahnhaften Störung leide.

Eine völlige Schuldunfähigkeit sei nicht auszuschließen, da die Steuerungsfähigkeit des Mannes aufgehoben gewesen sei. Die Gutachter kamen aber zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte stationär medikamentös zu behandeln sei.

Aus rein ärztlicher Sicht seien von dem 47-Jährigen weitere Vorfälle zu erwarten, wenn er unbehandelt bleibe. Grundsätzlich sei von einer Gefährlichkeit des Angeklagten auszugehen.

Dass von dem 47-Jährigen durchaus eine Gefahr ausgeht, bestätigten weitere Zeugen zu Vorfällen in der Vergangenheit, die aber nicht Gegenstand des Verfahrens sind. Die Zeugen berichteten, der Angeklagte sei ihnen gegenüber aus nichtigen Gründen „ausgeflippt“, habe sie bedroht und zum Teil geschlagen.

Für den Staatsanwalt steht fest, dass der Angeklagte unbehandelt eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Er schloss sich den Einschätzungen der Gutachter an und beantragte die Einweisung des Angeklagten in ein Krankenhaus für Psychiatrie. Der Verteidiger stellte keinen konkreten Antrag. Das Urteil soll am 6. Dezember verkündet werden.

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