Zwei Großübungen hielten Feuerwehrkräfte am Wochenende auf Trab
Ein katastrophales Wochenende

Lotte/Tecklenburger Land -

Zwei Großübungen hatte sich die Lotter Feuerwehr an Freitag und Samstag vor die Brust genommen: Freitagabend organisierte der Löschzug Alt-Lotte für fünf Wehren die „Nordlichtübung“; am Samstag rückte, betreut auch vom Löschzug Wersen, die Feuerwehrjugend der 24 Steinfurter Kommunen aus.

Sonntag, 29.06.2014, 17:14 Uhr

Als Ersthelfer versorgten DRK Tecklenburger Land und der Osnabrücker ASB (Arbeitersamariterbund) am Freitag Verletzte der Realistischen DRK-Notfalldarstellung sowie am Samstag vom ASB geschminkte Jugendliche aus Lotte.

Nordlichtübung: Zu den „Nordlichtern“ gehören Hopsten, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln. Seit dem Jahr 1976 laden sie reihum zu Großübungen ein. In diesem Jahr war der Arbeitstitel „Meteoritenschauer über Lotte“. An vier Einsatzabschnitten waren circa 180 Kameraden gefordert.

Es galt, bei MKG einen Überfahrenen unter einem Sattelschlepper ausfindig zu machen und zu bergen. Gerettet wurden zwei seiner Kollegen, die unter Schock standen. Bei einem Brand bei Quadrant wurden Verletzte auch mit Verdacht auf Rauchvergiftungen gerettet, eine Person (genauer: eine Puppe) geborgen.

In der Grundschule war infolge eines Feuers eine Klasse vom Rauch eingeschlossen und es gab sechs Vermisste. Ein publikumswirksames Szenario bot sich auf dem Marktplatz. Zwischen zwei Fahrzeugen klemmte eine junge Frau. Die Fahrer waren nicht ansprechbar.

Den Funkverkehr koordinierten freiwillige Feuerwehrmänner des Kreises Steinfurt und der Alt-Lotter Löschzugführer Marc Czichowski, unterstützt von Kamerad Sebastian Kutz.

Die Feuerwehrleute versahen routiniert ihre Arbeit, drangen mit Atemschutz in verqualmte Gebäude vor, verlegten etliche 100 Meter Schläuche für Löscharbeiten, legten Rettungsschere, Spreizer, Handfeuerlöschgerät und mehr griffbereit parat. Zudem stellten sie Funkkontakt zu den Ersthelfern her, denen sie Verletzte übergaben.

Parallel dazu liefen in und vorm Gerätehaus die Vorbereitungen für die anschließende Verpflegung und „schlauchlose Löschübung“.

Auf dem Marktplatz stellten Recker Kameraden ihre Professionalität unter Beweis mit Rettungsschere und Spreizer. Kleine Erschwernisse hatte das Vorbereitungsteam verschiedentlich eingebaut, um, wie häufig real erlebt, unerwartete Situationen zu schaffen. Auf dem Marktplatz waren Pkw-Türen verschraubt und die Fahrzeuge von unten zusammengegurtet. Die eingeklemmte schreiende Jessica mit offenem Unterschenkelbruch wartete auf Rettung – überzeugend gespielt. Gut, dass sie vorher kleinen Kindern lachend erklärt hatte, dass sie Schmerzen nur vortäusche.

Noch an den Einsatzorten trafen sich alle Beteiligten zur Abschlussbesprechung. Eine Herausforderung war die Koordination der Löschzüge Wersen, Westerkappeln, DRK und ASB an der Grundschule. Der Wersener Löschzugführer Stephan Läken resümierte zu der großen Einsatzlage: „Unsere Zusammenarbeit hat gut geklappt, aber es gibt noch Übungsbedarf beim Digitalfunk.“ Die Koordination sei gut gelaufen, sollte indes häufiger geübt werden. Diese Einschätzung teilten DRK-Einsatzabschnittsleiter Andreas Koßmann und Johannes Gust, stellvertretender ASB-Vorsitzender.

Andreas Westermann vom DRK Westerkappeln und sein Team waren beim Quadrant-Großeinsatz gefordert: „Uns war wichtig, dass wir die Personen vital stabil bekommen für einen Transport ins Krankenhaus.“

Einsatzleiter Marc Czichowski resümiere: „Alle Beteiligten waren zufrieden. Das bestätigt mich, dass die Übung gut gelaufen ist und unsere Herausforderungen nicht zu groß waren. Aber beim Funk müssen wir uns besser mit den Osnabrückern abstimmen, damit wir bei gemeinsamen Einsätzen optimal zusammenarbeiten können.

Kreisalarmübung der Steinfurter Jugendwehren: Rund 400 Personen waren an zehn Einsatzabschnitten gefordert. Es gab viel zu löschen. Gastgeber war die Lotter Jugendwehr anlässlich des 15-Jährigen. Einsatzleiter Michael Jaworski wusste den Funk bei den Steinfurtern in guten Händen.

Vielfältige Aktionen mit Rettungsschere und Spreizer gab es beim Unfallszenario an der Daimlerstraße. Der WDR filmte das Geschehen. Schwerpunkt lag bei der Technik, also darauf, aus den Fahrzeugen die Gerätschaften bereitzulegen, löschbereit zu sein, sich im Team den Herausforderungen zu stellen und Lösungen zu finden. Der Lotter Betreuer Bastian Bartels behielt den Überblick.

Auch die Jugendlichen, die von der Torfkuhle über etwa 500 Meter die Wasserversorgung zur Firma Wessels und Müller aufbaute, hatten richtig zu ackern beim Schläucheschleppen und -ausrollen. Zudem mussten sie eine Trockenleitung aktivieren und eine Schlauchverbindung zum Ochtruper Fahrzeug mit Verstärkerpumpe herstellen. Vermutlich durch Materialermüdung gab es dort zwei Schlauchplatzer.

Gleichwohl hatten alle ihren Spaß. Michael Jaworski war überaus zufrieden und resümierte schmunzelnd: „So einige Kilometer Schläuche hat die Jugend bestimmt verlegt.“ Alle 400 Gäste trafen sich zum Abschluss beim Gerätehaus und wurden verpflegt. Der stellvertretende Lotter Wehrführer und neutraler Beobachter Gerd Nüsse lobte die aufwendigen Vorbereitungen: „Ich bin von dem Wochenende restlos begeistert, von der Organisation für die ,Nordlichtübung’ und besonders für die Jugend.“

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