Unwetter über Westerkappeln
Land unter nach Starkregen

Westerkappeln -

Die Westerkappelner Feuerwehr hatte am Mittwochabend wegen des Unwetters alle Hände voll zu tun. Der gegen 18 Uhr begonnene Starkregen sorgte für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller.

Donnerstag, 10.07.2014, 16:42 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 10.07.2014, 10:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 10.07.2014, 16:42 Uhr

Die Westerkappelner Feuerwehr hatte am Mittwochabend wegen des Unwetters alle Hände voll zu tun. Der gegen 18 Uhr einsetzende Starkregen sorgte für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller.

Der Löschzug Westerkappeln war mit allen Fahrzeugen unterwegs. Gegen 18.20 Uhr wurden die Blauröcke zuerst an die Neustädter Straße gerufen, fast zeitgleich folgten Einsätze am Meisenweg und an der Vidumstraße. „Die erste Viertelstunde kamen die Einsätze im Minutentakt rein“, berichtet Brandoberinspektor Thorsten Schmidt.

Über 20 Keller waren vollgelaufen. Besonders betroffen von den Wassermassen waren Häuser in der Bathmener Siedlung, an der Schlesierstraße sowie an der Bullerteichstraße. Teilweise habe das Wasser bis zu einem halben Meter in den Kellern gestanden, erzählt Schmidt. Mit dem Einsatz von Tauchpumpen und Wassersaugern habe man den Leuten geholfen. An einigen Stellen wurden Schmidt zufolge auch Barrieren mit Sandsäcken geschaffen, um das schmutzige Wasser von den Gebäuden fernzuhalten.

So ein Unwettereinsatz sei schwierig, „weil überall innerhalb kürzester Zeit unsere Hilfe erwartet wird“, sagt Schmidt und bittet um Verständnis, dass die Feuerwehr eben nicht überall gleichzeitig sein kann. „Wir müssen die Einsatzstellen nach und nach abarbeiten.“

Auch einige Straßenzüge standen unter Wasser. Besonders galt dies für die Mettinger Straße, die kurz vor dem Ortseingang auf einer Länge von etwa 200 Metern komplett überflutet war. Die Feuerwehr habe dort die Gullydeckel geöffnet und die Körbe herausgezogen und gereinigt, damit das Wasser abfließen konnte, berichtet Thorsten Schmidt weiter. Der Kreisverkehr an der Heerstraße war ebenfalls zur Hälfte überflutet.

Der heftige Regen hatte auch Auswirkungen für die Kanalisation. „Wir hatten an allen Pumpstationen Max-Alarm“, berichtet Dietrich Stiegemeyer, Elektriker bei den Gemeindewerken. Zu Ausfällen sei es dadurch aber nicht gekommen. Nur an der Pumpstation am Mühlenbusch habe es einen Stromausfall gegeben, weil in unmittelbarer Nähe der Blitz eingeschlagen war, wie Stiegemeyer erläutert.

Die Kläranlage in Osterbeck sei zwar an ihrer Kapazitätsgrenze gewesen, Störungen habe es aber keine gegeben. Auch nicht in der Velpe Kläranlage. Am Süden der Gemeinde scheint das Unwetter weitgehend vorbeigezogen zu sein. Denn während in Velpe zwischen 18 und 20 Uhr zehn Liter Regen auf den Quadratmeter gemessen wurden, war es in Westerkappeln in dieser kurzen Zeit die dreifache Menge. Bis Donnerstagmorgen fielen nach Stiegemeyers Angaben insgesamt 32 Liter Regen pro Quadratmeter.

Die Kraft des Wassers bekamen am Mittwochabend auch die Anrainer der Straße Hoppenliet in Obermetten zu spüren. Ein kleiner Graben – eigentlich ein Rinnsal, angelegt zur Entwässerung der Felder – schwoll an und stürzte die steile Straße herab. Mit sich rissen die Wassermassen Steine, Kies und Geröll. Ursprünglich dienten die dicken Kiesel dazu, die Sohle des Grabens zu festigen, damit sich die Furche nicht tiefer in die Erde einhöhlt. So beschreibt es Anrainer Günter Hinterberg und ergänzt: „Die Idee war gar nicht übel und das war auch ganz schön gemacht.“

Das ehemalige Grabenbett liegt nun neben der Straße am Rand seines Grundstücks auf einem kleinen Grünsteifen. Größere Schäden seien am Mittwoch auf seinem Hof aber nicht entstanden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist an der Eingangstür des Nachbarhauses noch zu erkennen, wie hoch das Wasser dort gestanden haben muss. Geschätzte 20 bis 30 Zentimeter.

Hinterberg hat die Gemeinde bereits informiert. Mansour Rahmian, Fachdienstleiter im Bauamt, kennt die Situation. Bereits am Donnerstag war ein Ortstermin vorgesehen. „Vornehmlich geht es jetzt erstmal darum, dort zu helfen“, sagte Rahmian. Ob und wenn ja, welche baulichen Maßnahmen gegebenenfalls ergriffen werden, ist noch offen, da nach Angaben von Rahmian zunächst Zuständigkeiten und Besitzverhältnisse geklärt werden müssen.

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