Demo in Westerkappeln
Für eine würdevolle Altenpflege

Westerkappeln -

Rund 100 Teilnehmer demonstrierten am Montag für bessere Bedingungen in der Altenpflege. Mit Transparenten und Trillerpfeifen zogen Mitarbeiter und Bewohner des Hauses der Diakonie durch den Ortskern.

Montag, 12.05.2014, 20:20 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 12.05.2014, 17:24 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 12.05.2014, 20:20 Uhr

„Die Pflege braucht mehr Pflege!“ Stefan Zimmermann macht seine Forderung deutlich. Der Vorstand im Diakonischen Werk Tecklenburg ist der Hauptredner einer Kundgebung in Westerkappeln . Das hiesige Altenheim und die Diakoniestation beteiligten sich am Montag mit einer Demo am bundesweiten Aktionstag der Diakonie unter dem Motto „Rettungspaket Altenpflege “.

Knapp 100 Menschen nehmen an dem Demonstrationszug vom Altenheim durch den Ortskern zum Rathaus teil. Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter. Eine von ihnen ist Mathilde Reinecke . Sie ist 93 Jahre alt und wird von einer Mitarbeiterin des Altenheims im Rollstuhl geschoben. „Das ist meine erste Demonstration“, sagt die rüstig wirkende Rentnerin. Was sie in ihrem hohen Alter noch auf die Straße treibt? „Mehr Personal und mehr Zeit.“

Ihre Wünsche zielen direkt auf die Bedingungen in der Altenpflege ab. Vier Ziele formuliert die Diakonie: würdevolle Pflege, familiäre Entlastung, gerechte Finanzierung und attraktive Ausbildung. Über Lautsprecher werden die Forderungen für das „Rettungspaket Altenpflege“ während der Demo kundgetan. Immer wieder ertönen lautstark Trillerpfeifen. Von sich hören machen auch die Fahrzeuge der Diakoniestation. Ein Auto-Korso bildet den Abschluss des Protestzuges. Es wird gehupt. Auch andere Institutionen und Gruppierungen aus Westerkappeln schließen sich der Demo an. Mit von der Partie sind etwa Vertreter vom Sozialverband VdK.

Am Rathaus wendet sich Bürgermeister U llrich Hockenbrink – auch in seiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzender des Altenheims Westerkappeln – an die Teilnehmer. In seiner Rede hebt er vor allem auf die Menschenwürde ab. „Jeder Mensch möchte am Ende seines Lebens in Würde gepflegt werden. Deshalb darf es nicht vom Geldbeutel abhängen, ob man sich das leisten kann.“

Demo: Rettungspaket Altenpflege in Westerkappeln

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  • Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst
  • Knapp 100 Teilnehmer brachten ihre Forderungen nach besseren Bedingungen in der Altenpflege zum Ausdruck. Foto: Karin C. Punghorst

Zimmermann als Vertreter der Diakonie macht sich in seiner Ansprache für einen verlässlichen und fairen Mindestlohn in der Pflege stark. Reinigungskräfte würden zum Teil mehr verdienen als Mitarbeiter in Altenheimen. Eine weitere Forderung zielt auf verbesserte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ab. Mehr duale Studiengänge sollten eingerichtet werden. Von entscheidender Wichtigkeit sei die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Damit verbunden ist das Thema der Pflege von Demenzkranken.

Auch Annette Große-Heitmeyer, Kandidatin der CDU für das Bürgermeisteramt, spricht ein kurzes Grußwort. „Die Anforderungen an die Pflege sind gestiegen. Die Finanzierung ist überholt“, zeigt auch sie sich solidarisch mit den Demonstranten. Die anderen Bürgermeisterkandidaten nehmen die ihnen gegebene Gelegenheit nicht wahr, sich zu Wort zu melden.

Die Veranstaltung neigt sich dem Ende entgegen. Immer wieder schauen die Verantwortlichen während Demo und Kundgebung mit bangem Blick gen Himmel. Doch, es scheint bald so als hätte Petrus ein wohlwollendes Auge auf die Diakonie und ihre Aktion geworfen. Die Schleusen des Himmels bleiben während der gesamten Veranstaltung geschlossen. Das freut vor allem Altenheimleiter Friedhelm Schönhoff: „Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung und der Anzahl der Teilnehmer.“

Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung und der Anzahl der Teilnehmer.

Friedrich Schönhoff
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