Wirtschaftlichkeitsberechnungen für die Stadtwerke Tecklenburger Land
Jetzt liegen Zahlen auf dem Tisch

Tecklenburger Land -

Jetzt wird es konkreter, jetzt geht es um die Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Vertrieb und Netzbetrieb der geplanten Stadtwerke Tecklenburger Land. Die Zeit drängt. Denn schon in diesem Sommer soll die Geschäftstätigkeit mit der Gründung der Vertriebsgesellschaft aufgenommen werden.

Donnerstag, 10.04.2014, 16:24 Uhr

Jetzt wird es konkreter, jetzt geht es um die Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Vertrieb und Netzbetrieb der geplanten Stadtwerke Tecklenburger Land . Ratsmitglieder und Sachkundige Bürger aus Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Lotte, Mettingen, Recke und Westerkappeln werden in diesen Tagen Zahlenkolonnen sichten und analysieren und sich in nicht öffentlichen Ratssitzungen in dieser Woche und bei Sonderterminen am 5. und 6. März beraten lassen. Die Zeit drängt. Denn schon in diesem Sommer soll die Geschäftstätigkeit mit der Gründung der Vertriebsgesellschaft aufgenommen werden.

Der eigentliche Start für den Vertrieb ist am 1. Januar 2015 vorgesehen. Bis dahin sollen das erforderliche Personal rekrutiert, die Abrechnungsprogramme eingerichtet und Testläufe durchgeführt werden. Und es sollen natürlich auch die Kunden rekrutiert werden. Auf sie kommt es entscheidend an bei der Frage, ob der Vertrieb erfolgreich wirtschaften wird.

Aus der „ Wirtschaftlichkeitsberechnung Vertrieb“ der Stadtwerke Osnabrück geht hervor, welche Annahmen bei der Kundengewinnung zugrunde gelegt werden. Demnach steigt die Zahl der Stromkunden stetig an. In der Vorlage werden durchgängig zwei verschiedene Berechnungsvarianten vorgelegt, nämlich die Minimumvariante und die Maximumvariante. Mehrfach wird betont, dass den Wirtschaftlichkeitsdarstellungen der Kommunen die „Minimumvariante“ als konservative Berechnung zugrunde gelegt wird.

Demnach soll für den Vertrieb in diesem Jahr die Organisation eingerichtet werden. Umsatzerlöse sind erst ab 2015 zu erwarten. Die ersten Jahre werden Verluste einfahren. Erstmals 2018 wird mit positiven Zahlen gerechnet. Diese Anlaufverluste und das damit verbundene Risiko werden die Stadtwerke Osnabrück zu 85 Prozent und die RWE zu 15 Prozent übernehmen. Bevor eine Ausschüttung an die Kommunen erfolgt, müssen die Vertriebs-Verluste wieder eingefahren werden. Die ersten „positiven“ Jahre nach 2018 werden entsprechend verrechnet.

Zugrunde gelegt wird ein kalkuliertes Strom- und Gasprodukt, das einerseits preislich günstiger als RWE sein soll, das andererseits aber keine Preisführerschaft anstrebt. Wörtlich heißt es zu diesem Thema: „Beabsichtigt ist, einen vernünftig und fair kalkulierten Versorgungspreis anzubieten, der sich mit regionalen Energieversorgungsunternehmen aus der Nachbarschaft messen kann und darüber hinaus auch noch einen positiven Deckungsbeitrag für die Gesellschaft erwirtschaftet.“

Zu den Vorteilen gehöre, dass man einen Ansprechpartner vor Ort habe. Hinzu komme das gute Gefühl, etwas für die heimische Wirtschaft zu tun, die mit Aufträgen bedacht wird.

Um die Konzessionen für die Strom- und Gasnetze zu erhalten, soll zum 1. Juli 2014 eine Netzgesellschaft gegründet werden, zunächst als sogenannte Vorratsgesellschaft. Sollte diese Netzgesellschaft die Konzessionen für den Netzbetrieb erhalten, bringen spätestens bis zum 1. Januar 2016 RWE und Stadtwerke Osnabrück die eigenen Netze in die neue Netzgesellschaft ein.

Der Wert für die Netze ist mit 92,55 Millionen Euro angegeben. Der anteilige Kaufpreis der Holding Stadtwerke Tecklenburger Land GmbH & Co. KG wird mit 47,1 Millionen Euro ausgewiesen. Er teilt sich auf die Kommunen wie folgt auf: Ibbenbüren 18,8 Millionen Euro, Hörstel 7,8 Mio., Lotte 5,2 Mio., Mettingen 4,3 Mio., Recke 4,1 Mio., Westerkappeln 4,1 Mio., Hopsten 2,8 Mio. Die Netzgesellschaft soll, so sie Gewinner des Konzessionsvergabeverfahrens wird, ab 1. Januar 2016 den Betrieb der Netze aufnehmen.

Zunächst sollen die Netze fünf Jahre an die strategischen Partner verpachtet werden. Ab 2021 sollen die Erlöse über den eigenständigen Netzbetrieb der Stadtwerke Tecklenburger Land erzielt werden.

Aufgeführt ist in den Berechnungen auch, wie viel Geld die kommunalen Haushalte von den Stadtwerken erwarten können.

In der Vorlage werden die Erlöse aus Netzbetrieb plus Vertrieb dargestellt und zwar als Minimal- und Maximalannahme mit einem Mittelwert über 20 Jahre. Für Ibbenbüren werden zwischen 720 000 Euro und 815 000 Euro per anno prognostiziert. Die weiteren Kommunen: Hörstel 300 000 bis 340 000 Euro, Lotte 201 000 bis 227 000 Euro, Mettingen 165 000 bis 187 000 Euro, Recke 158 000 bis 178 000 Euro, Westerkappeln 158 000 bis 178 000 Euro, Hopsten 109 000 bis 123 000 Euro.

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