Drogenberatungsstelle
Beratung hat sich verändert

Ahlen -

Der 5. Mai ist der Aktionstag Substitution. Auch die Drogenberatungsstelle des Kreises, die in Ahlen angesiedelt ist, beteiligt sich. Coronakonform natürlich.

Mittwoch, 05.05.2021, 06:19 Uhr
Christoph Kurzbuch ist neuer Leiter der Drogenberatungsstelle. Zum Aktionstag hat er eine Pinnwand aufgestellt, auf Anregungen der Klienten zur Substitution gesammelt werden.
Christoph Kurzbuch ist neuer Leiter der Drogenberatungsstelle. Zum Aktionstag hat er eine Pinnwand aufgestellt, auf Anregungen der Klienten zur Substitution gesammelt werden. Foto: Dierk Hartleb

Sie sind in der Corona-Zeit etwas aus dem Blick geraten: die 165 000 Heroinkonsumenten in Deutschland, von denen nur knapp die Hälfte, nämlich 80 000, substituiert sind, also ein Ersatzmittel wie Methadon einnehmen. Auch in Ahlen und im Kreis spielt die Beratung der Abhängigen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Drogenberatungsstelle eine wichtige Rolle. Deshalb nimmt die Drobs, wie sie kurz genannt wird, an dem bundesweiten Aktionstag Substitution am 5. Mai teil, um auf die Frage- und Problemstellungen der Substitution aufmerksam zu machen.

Rückläufige Zahl der Ärzte

Da ist zum einen die rückläufige Zahl der substituierenden Ärzte. „Das trifft auch auf den Kreis Warendorf mit Ausnahme Ahlens zu“, stellt Christoph Kurzbuch fest. Der 40-Jährige hat seit 1. März die Geschäftsführung der Drobs in Ahlen übernommen. Bis dahin war der gebürtige Sachse, der in Jena Soziologie und Medienwissenschaft studiert hat, bei der Aidshilfe Weimar und Ostthüringen tätig. Neben seiner Sozialisation in der Jugendarbeit bringt Kurzbuch Erfahrung in der Extremismusprävention in seine neue Funktion bei der kreisweit tätigen Drobs mit.

Während der Corona-Pandemie hat sich die psychosoziale Beratung für das Drobs-Personal verändert. Machten die Klienten vorher meistens einen Termin aus, findet die psychosoziale Beratung heute bis auf wenige Ausnahmen telefonisch statt. Pro Jahr sind es circa 160 Klientinnen und Klienten.

Von vielen schmerzlich vermisst wird der regelmäßige Betrieb im Café „drauf & dran“, das mit seinem niedrigschwelligen Angebot eines der Gesichter der Drobs ist.

Werbung für ehrenamtliche Mitarbeit

Mit Blick auf eine Wiederöffnung des Cafés und der anderen Tätigkeiten der Drobs und Aidshilfe wirbt Christoph Kurzbuch auch für ehrenamtliche Mitarbeit. Die ist während des Lockdowns auf ein Minimum zurückgefahren worden, wird aber mit der Öffnungsperspektive wieder an Bedeutung gewinnen. „Da sind wir auf die Hilfe von Leuten, die sich ehrenamtlich engagieren, angewiesen“, sagt Christoph Kurzbuch.

Zum Aktionstag selbst soll eine Pinnwand aufgestellt werden, auf der Wünsche, Gedanken und Anregungen der Klienten zur Substitution gesammelt werden, die per E-Mail oder telefonisch eingehen und zu einem späteren Zeitpunkt ausgewertet werden sollen.

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