Flüchtlingssituation in der Bevergemeinde
Impfungen sind in Planung

Ostbevern -

Auch für die Flüchtlingsunterkünfte in der Bevergemeinde sind Impfungen geplant. Die Planung dafür liegt allerdings bei Kreis Warendorf und nicht bei der Gemeindeverwaltung.

Mittwoch, 05.05.2021, 05:03 Uhr aktualisiert: 05.05.2021, 05:10 Uhr
33 Personen wohnen aktuell in der Flüchtlingsunterkunft an der Bahnhofstraße.
33 Personen wohnen aktuell in der Flüchtlingsunterkunft an der Bahnhofstraße. Foto: Daniela Allendorf

„Die Bereitschaft, sich testen zu lassen, ist groß“, sagt Ulrike Jasper von der Gemeindeverwaltung. Wöchentlich führt die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem DRK-Ortsverein Coronatests durch. So ließen sich beispielsweise in der vergangenen Woche 30 der 33 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Bahnhofstraße testen. Es komme natürlich auch immer ein wenig darauf an, wie viele Bewohner zum Zeitpunkt der Testungen im Haus seien, allerdings habe man in den vergangenen Wochen festgestellt, dass die Tests dankbar angenommen werden.

Was die Impfungen in den Flüchtlingsunterkünften betrifft, so ist der Kreis Warendorf die zuständige Behörde. „Das liegt nicht in unserer Zuständigkeit“, erläutert Jasper. Kerstin Butz vom Kreis Warendorf weiß mehr: „In den Flüchtlingsunterkünften soll ein Sonderkontingent des Impfstoffes von Johnson & Johnson verimpft werden“, sagte sie auf Nachfrage. Man greife auf diesen Impfstoff zurück, da hiervon – nicht wie bei anderen Präparaten – nur eine Impfdosis verabreicht werden muss. Zum zeitlichen Ablauf sagte Butz, dass es noch keinen konkreten Termin gebe, die Vorbereitungen aber laufen würden.

Aktuell leben 98 Flüchtlinge in gemeindlichen Unterkünften. Davon sind 33 in der Unterkunft an der Bahnhofstraße untergebracht. „Im Ortsteil Brock leben zurzeit elf Personen in der ehemaligen Schule Brock“, sagte Bürgermeister Karl Piochowiak in seinem Bericht im Bildungs-, Generationen- und Sozialausschuss (BGSA). Zwei weitere Personen wohnen in der Unterkunft Dorfbauerschaft 37 a. Alle weiteren sind in privat angemieteten Wohnungen untergebracht, so Piochowiak weiter. In diesem Jahr sind der Gemeinde bislang zwei Personen zugewiesen worden. Damit liegt Ostbevern exakt zwei Personen über der Erfüllungsquote nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz. Die Quote nach der Ausländerwohnsitzverordnung liegt bei 82,09 Prozent, was einer Aufnahmeverpflichtung von 42 Personen entspricht.

Im laufenden Kindergartenjahr konnte allen Flüchtlingskindern ein Kindergartenplatz zur Verfügung gestellt werden. Von den 71 schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen mit Flüchtlingshintergrund besuchen derzeit 16 die Ambrosiusschule, 14 die Franz-von-Assisi-Schule und 41 die Josef-Annegarn-Schule.

Finanzielle Unterstützung gibt es für die geflüchteten Personen im Mai. Nach dem Sozialschutz-Paket III erhalten sie nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, sofern sie im Monat Mai ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können, eine zusätzliche Einmalzahlung von 150 Euro. Sie dient als Ausgleich der mit der Corona-Pandemie in Zusammenhang stehenden Aufwendungen für den Zeitraum von Januar bis Juni diesen Jahres.

Eine Kostenerstattung gab es auch für die Gemeinde. So wurden vom Land NRW in den Monaten Januar und Februar insgesamt 58 888 Euro an die Gemeinde überwiesen. „Die Erträge und Aufwendungen für das Jahr 2021 liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt im Rahmen des Etats“, sagte Piochowiak mit Blick auf den Haushalt.

Weniger gute Nachrichten gibt es von der Fahrradwerkstatt. Noch im März (WN berichteten) hatten Ulrich Lunkebein und seine Mitstreiter nach einem neuen Domizil gesucht, um auch weiter ehrenamtlich Fahrräder reparieren zu können, und um diese dann an Flüchtlinge auszugeben. Doch damit ist jetzt Schluss. „Wir haben so viel rumgefragt“, sagt Lunkebein sichtlich geknickt. Eine neue Heimat sei leider nicht dabei rumgekommen.

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