120 erkrankte Kinder
Norovirus vermutlich Auslöser für Brechdurchfall

Münster - Für die Fälle von Brechdurchfall bei Kindern in Münster ist vermutlich das Norovirus der Auslöser. Das bestätigte die Stadt am Montag. Zeitgleich zu den Genesungsfortschritten der zahlreichen Kinder seien aber 14 Neuinfektionen bekannt.

Montag, 30.06.2014, 16:45 Uhr

"In zwei Stuhlproben sind Noroviren nachgewiesen worden", sagte Stadt-Sprecher Joachim Schiek am Montag.

Die Zahl der betroffenen Kinder habe sich in Münster am Wochenende nicht erhöht. Bis Freitag waren 120 Fälle an vier Grundschulen und sechs Kindertagesstätten gemeldet worden. Im Kreis Coesfeld gab es bis zum Wochenende drei betroffene Schulen mit 20 Fällen, im Kreis Steinfurt waren nach Auskunft einer Sprecherin zwei Kitas mit 16 gemeldeten Fällen betroffen.

In Münster entspanne sich die Situation in den Kitas und Schulen nun deutlich. Die in der vergangenen Woche betroffenen Kinder seien fast durchweg wieder wohlauf, das stationär behandelte neunjährige Mädchen konnte aus dem Krankenhaus entlassen werden, teilte die Stadt am montag mit. Nun unterstütze das Gesundheitsamt die Kitas und Schulen dabei, insbesondere durch striktes Beachten der Hygiene Neuinfektionen möglichst zu verhindern.

14 Neuerkrankungen an Schulen

"Aus den Kitas sind uns am Montag keine Neuerkrankungen gemeldet worden. Beim kinderärztlichen Notdienst ist am Wochenende nur ein Geschwisterkind aus einer betroffenen Grundschule mit Magen-Darm-Beschwerden aufgefallen", so Gesundheitsamt-Leiter Dr. Norbert Schulze Kalthoff. Die vier Grundschulen meldeten am Montag, alle in der vergangenen Woche erkrankten Kinder seien wieder gesund. Zugleich seien in den vier Schulen aber insgesamt 14 Mädchen und Jungen neu erkrankt.
Diese Neuinfektionen sind ein weiteres Indiz, dass tatsächlich Noroviren, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, die Lebensmittelinfektionen ausgelöst haben. Zum Beispiel könnten Viren bei der Zubereitung oder Portionierung von Lebensmitteln in das Essen gelangt sein. Einen Nachweis gibt es dafür bislang nicht, aber auch diese denkbare Quelle wird das Gesundheitsamt genau untersuchen

Hygiene von herausragender Bedeutung

Norovirus-Infektionen verlaufen in der Regel schnell und komplikationslos, beruhigt das Gesundheitsamt in der Pressemitteilung. Wer daran erkrankt, sollte vom Auftreten erster Symptome bis zwei Tage nach deren Abklingen Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen fernbleiben. So sinkt das Risiko, dass die Erreger im Kontakt von Mensch zu Mensch immer neue Opfer finden. Wichtig sei außerdem, nach jedem Gang zur Toilette die Hände gründlich mit Seife zu waschen.
Das Gesundheitsamt hat die Kindergärten und Schulen über den aktuellen Sachstand informiert und sie auf die Bedeutung der Hygiene hingewiesen. Dr. Schulze Kalthoff: "Zwei Oecotrophologinnen aus dem Team des Gesundheitsamtes arbeiten seit eineinhalb Jahren intensiv an der Umsetzung von hohen Hygienestandards an den städtischen Einrichtungen. Die aktuelle Infektion zeigt, wie wichtig ihr Einsatz ist." Betroffene und Einrichtungen aus Münster können sich mit Fragen an das Gesundheitsamt wenden unter Telefon 4 92-54 88.

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